Bayer siegt im "Spiel um Platz fünf"

  • Hertha BSC - Bayer Leverkusen 1:5 (1:3)


    Allgemeine Informationen
    Hertha BSC: Fiedler - Chahed, A. Friedrich, Fathi, Gilberto - N. Kovac - K. Boateng, Marcelinho - Cairo, Neuendorf - Pantelic - Trainer: Götz
    Bayer Leverkusen: Butt - C. Fritz, Juan, Nowotny, Stenman - Ramelow, Rolfes - B. Schneider - Freier, Barnetta - Berbatov - Trainer: Skibbe
    Tore: 0:1 Juan (5., Kopfball, Vorarbeit B. Schneider), 0:2 Berbatov (27., Kopfball, Barnetta), 0:3 Berbatov (28., Rechtsschuss, Freier), 1:3 Marcelinho (41., Rechtsschuss, Pantelic), 1:4 Ramelow (63., Kopfball, Barnetta), 1:5 B. Schneider (76., Rechtsschuss, Stenman)
    Eingewechselt: 70. Madlung für Chahed, 82. Dardai für Cairo, 82. Okoronkwo für K. Boateng - 62. Babic für Freier, 68. Castro für Barnetta, 79. Roque Junior für Juan
    Schiedsrichter: Merk, Dr.
    Zuschauer: 51324
    Gelbe Karten: K. Boateng, Neuendorf - Freier
    Spielbericht
    Hertha-Coach Falko Götz musste im "Endspiel" um den UEFA-Cup-Rang fünf Abwehrchef van Burik ersetzen, der sich beim 2:2 in Mönchengladbach einen Muskelfaserriss zuzog. Da auch Bastürk (Oberschenkelverhärtung) nicht rechtzeitig fit wurde, rückten mit Neuendorf und Cairo zwei Neue in die Startformation.


    Die Gäste aus Leverkusen reisten ohne Personalsorgen in die Hauptstadt. Trainer Michael Skibbe vertraute entsprechend der Elf, die beim 2:0 in Hamburg bereits den fünften Sieg in Serie einfuhr.Der 32. Spieltag im ÜberblickEin Sieg gegen den direkten Konkurrenten um Platz fünf musste im Heimspiel das Ziel für die Götz-Elf sein. So begannen die Berliner auch betont engagiert und lauffreudig, wurden aber kalt erwischt. Noch keine fünf Minuten waren gespielt, als Schneider eine Ecke nach innen zirkelte und Juan sich gegen den strauchelnden Friedrich durchsetzen konnte. Unhaltbar für Fiedler schlug das Leder zur Bayer-Führung ein.


    Die Berliner mussten in der Folge zunächst diesen Schock verdauen. Gegen tief stehende Leverkusener bemühten sich die Hausherren zwar, blieben aber zu brav und ideenlos. Ganz anders die Rheinländer, die sich bietende Chancen kompromisslos nutzten. Eine Kopie des 0:1 mit neuen Hauptdarstellern führte zum zweiten Treffer: Barnetta trat die Ecke von rechts herein, Berbatov schüttelte Fathi ab und nutzte die Kopfballmöglichkeit (27.).


    Nur rund 60 Sekunden später stand wieder der Bulgare im Mittelpunkt, als der Torjäger von Freier eingesetzt wurde und frei vor Fiedler seinen 18. Saisontreffer erzielte.


    Hertha schien am Boden und zeigte Nerven. Bedrängt von Berbatov passte Fathi ungenau zurück zu Fiedler, der in höchster Not das Leder mit den Händen stoppte. Den folgenden indirekten Freistoß aus 14 Metern setzte Berbatov aber deutlich über das Tor (37.) – die einzige vergeben Torchance Bayers im ersten Durchgang.


    Doch die Berliner stemmten sich Ende der ersten Hälfte gegen das drohende Debakel. Schüsse von Pantelic (38.) und Marcelinho (41.) hielt Butt zunächst sicher. Doch nach erfolgreichem Zusammenspiel der beiden Offensivspieler zappelte das Leder im Gäste-Netz. Boateng schickte Pantelic steil, der den herauseilenden Butt locker umlief und vor das leere Tor passte. Mit vollem Körpereinsatz drückte Marcelinho bedrängt von Juan und Nowotny die Kugel über die Linie (41.).


    Boateng hätte durch einen Fernschuss (44., Butt hält) und einen Kopfball (45.+2, Freier rettet auf der Linie) noch vor der Pause weiter verkürzen können.


    Mit dem Elan, den die Hausherren gegen Ende des ersten Durchgangs an den Tag legten, kamen die Herthaner auch aus der Kabine. Neuendorf (48.) und Cairo (50.) hatten bereits vergeben, als Pantelic allein auf Butt zulief und mit seinem Flachschuss am Keeper scheiterte (55.). Die Hauptstädter ließen sich jedoch nicht entmutigen, nach Kovacs Kopfball musste mit Schneider zum zweiten Mal ein Leverkusener auf der Linie retten (61.).


    Eiskalt spielten die Leverkusener ihre große Stärke aus: die Chancenverwertung. Nach Pass von Barnetta stand Ramelow frei vor Fiedler. Im ersten Versuch scheiterte der Defensivspezialist noch am Schlussmann, nutzte aber den Abpraller per Kopf zum 4:1 (63.).


    Durch den vierten Gegentreffer ließ auch bei den stets bemühten Berlinern der Glaube an einen Erfolg nach. Bayer setzte nur punktuell auf Angriff, dann aber umso erfolgreicher. Als sich Stenman einmal mit einschaltete, passte der Schwede von links auf Schneider, der ungestört aus elf Metern zum 5:1 einschoss (76.).


    Damit war die partie natürlich endgültig entschieden. Höhepunkt der Schlussphase war das Comeback von Leverkusens Roque Junior, der nach langer Verletzungspause noch gut zehn Minuten mitwirkte und den hohen Erfolg bejubeln durfte.


    Dank einer phantastischen Chancenverwertung kommt Bayer Leverkusen in Berlin zu einem 5:1-Sieg, dem sechsten "Dreier" in Folge. Bei nun fünf Punkten Vorsprung auf Hertha BSC sind die Rheinländer vom UEFA-Pokal-Platz fünf kaum noch zu verdrängen. Die Berliner enttäuschten nicht, konnten aber die sich bietenden Möglichkeiten nicht nutzen.




    Noten folgen am Donnerstag


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