Skibbe plötzlich bester Trainer des Jahres

  • Bei der EM 2004 war er noch Rudis Fehler-Flüsterer


    Skibbe plötzlich bester Trainer des Jahres


    Von VIM VOMLAND und FLORIAN SCHOLZ


    Nach Mitternacht in „Harry‘s New York Bar“ in Berlin. Leverkusen genießt den 5:1-Triumph im „Uefa-Cup-Endspiel“ bei Hertha BSC.


    Trainer Michael Skibbe (40) nippt an der Caipirinha. Sportdirektor Rudi Völler pafft an einer Zigarre. Die Spieler gönnen sich ein paar Bierchen. Verdienter Lohn nach einer atemberaubenden Aufholjagd in der Rückrunde.


    Zur Erinnerung: Michael Skibbe übernimmt trotz großer Vorbehalte in Klub und Umfeld am 9. Oktober 2005 bei Bayer den Trainer-Job.


    Rudi Völler hatte seinen alten DFB-Bundestrainer-Spezi und Fehlerflüsterer der EM 2004 durchgesetzt. Und der Schuß geht gleich mal nach hinten los – 1:3 in Mainz.


    Im Winter steht „Verliererkusen“ auf Platz 12 mit jämmerlichen 19 Punkten. Die schlechteste Bilanz seit mehr als zehn Bundesliga-Jahren.


    Doch dann die Hammer-Rückrunde! 31 Punkte in 15 Spielen – beste Liga-Mannschaft. 36 Tore in der Rückrunde – ebenfalls Spitze. Skibbe wird von Rudis Fehlerflüsterer bei der Euro zum besten Trainer des Jahres!


    „Michael Skibbe wurde immer verkannt. Er ist nett, charmant. Aber auch ein akribischer Arbeiter und Fachmann“, lobt Hertha-Manager Dieter Hoeneß den Leverkusener Coach.


    Sein Erfolgsgeheimnis?


    Neben ehrlicher Arbeit hat Skibbe für die Mannschaft ein neues Spielsystem (4-5-1) gefunden. Kapitän Carsten Ramelow: „Jeder spielt nun auf der Position, wo er 100 Prozent geben kann.“


    Allein 18 Punkte aus den letzten sechs Spielen sprechen eine deutliche Sprache.


    Trotzdem mahnt Skibbe: „Hoffentlich haben wir unser Glück nicht aufgebraucht. Wir müssen uns noch steigern.“


    So wie Michael Skibbe – vom Fehler-Flüsterer zum Trainer des Jahres...


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