SKIBBE-DIBBEDU
Skibbes Erfolgsformel: So wurde Bayer unschlagbar
Von THOMAS GASSMANN
Leverkusen - Nach dem furiosen 5:1-Sieg im „UEFA-Cup-Finale“ in Berlin durften die Bayer-Profis ein wenig feiern. Also trafen sich Nowotny und Co. zur mitternächtlichen Stunde an der Cocktail-Bar des Esplanade-Hotels, um den Fast-Einzug ins europäische Geschäft zu würdigen.
Mittendrin saß Michael Skibbe. Der Mann, dem man nicht zugetraut hätte, den labilen Bayer-Laden in den Griff zu bekommen. Eine Mannschaft, der monatelang Esprit, Harmonie und Einigkeit fehlte. Stars, die Eigeninteresse vor denen des Klubs stellten und kurz vor der Winterpause sogar bis an den Rand des Abstiegssumpfes gerieten.
Plötzlich ist alles anders. Bayer scheint unschlagbar zu sein. Sechs Siege in Folge, bestes Rückrundenteam der Liga. Was steckt hinter diesem Erfolg? „Das ist allein Skibbes Verdienst“, sagt Bayers Sportchef Rudi Völler nicht ohne Genugtuung, „deshalb haben wir ihn ja auch geholt.“
Skibbes Erfolgsformel: Er ist ein autoritärer Demokrat.
Während sein Vorgänger Klaus Augenthaler mit seiner knorrigen Art besonders die Brasilianer Juan und Roque Junior vergrätzte, setzte Skibbe auf Kommunikation, Verantwortungsgefühl und Mitspracherecht.
Dann veränderte er die Taktik. Setzte statt auf ein Sturmduo auf zwei flinke Außen sowie Stoßstürmer Dimitar Berbatov. Seitdem konnte sich besonders Paul Freier glänzend in Szene setzen.
Skibbe veränderte verkrustete Strukturen. Setzte sogar Bayers Rekordspieler Carsten Ramelow wochenlang auf die Bank. Das Signal kam an. Der Mittelfeldspieler kämpfte sich zurück in die Stammformation. Und die Mannschaft spürte: Da steht kein schwacher Völler-Abklatsch vor ihnen sondern ein souveräner, starker Trainer, der sich auch gegen den Wind stellt.
So forderte Skibbe gegen den Willen der Vereinsführung die Rückkehr von Jens Nowotny und bekam ihn auch. Seitdem schwimmt Bayer auf der Erfolgswelle.
quelle: express.de