KAPUTTE ABWEHR
Von THOMAS GASSMANN und MARKUS KRÜCKEN
Aachen/Leverkusen – Ist die Aufstiegseuphorie in Aachen bereits nach dem ersten Spieltag verflogen? Oder schafft Alemannia die große Sensation?
Nach 36 Jahren Erstliga-Abstinenz fordert der Aufsteiger Bayer Leverkusen heraus. 8000 Fans werden die BayArena in einen Aachener Fußball-Lust-Tempel verwandeln. Hoffentlich wird daraus am Ende kein Fußball-Frust...
Alemannias Abwehr ist kaputt. Die Stammverteidiger Moses Sichone (Muskelfaserriss) und Thomas Stehle (Rücken) fallen aus. Jetzt sollen ausgerechnet zwei Nobodys Bayers Fünf-Millionen-Super-Star Stefan Kießling und den Bosnier Sergej Barbarez stoppen.
„Vom Papier ist das sicher nicht unsere beste Formation“, gibt Aachens Trainer Dieter Hecking zu.
Mirko Casper (24) und Nico Herzig (22) sollen Leverkusens Sturm stoppen. Bundesligaerfahrung – Fehlanzeige. Null Spiele in Liga eins. Kriegt Aachen von Bayer nun die Hütte voll? „Nein“, sagt Hecking, „wer sagt denn, dass die Jungs nicht über sich hinauswachsen?“
Auch Bayer-Trainer Michael Skibbe ist skeptisch, dass seine runderneuerte Mannschaft Aachen zum Saisonauftakt überrennt. „Ein Aufsteiger ist im ersten Spiel besonders gefährlich“, warnt er, „die leben noch von der Euphorie. Von dieser Welle werden sie getragen. Mir müssen höllisch aufpassen, dass wir sie nicht unterschätzen.“
„Papa Barbarez“ soll dafür sorgen, dass der Favorit den Herausforderer nicht auf die leichte Schulter nimmt. Mit seiner Erfahrung soll der 34-Jährige die jungen Profis führen. Und wenn es mal kritisch wird, soll der Ex-Hamburger dazwischenfahren. Dafür hat Bayer ihn geholt.
„Sergej ist ein Typ mit Ecken und Kanten“, sagt Skibbe, „er ist ein emotionaler Spieler. Aber genau deshalb haben wir ihn ja nach Leverkusen geholt.“
Man hat ihn geholt, weil der Super-Techniker wegen seiner nickeligen Art die gegnerischen Spieler schon einmal in Rage bringen kann. Hecking sprach von Provokateur (EXPRESS berichtete). Bei Bayer heißt das Cleverness ...