VON KERSTIN THESING, 25.08.06, 10:32h
LEVERKUSEN. Eine Prellung ist ein weites Feld. Zumindest wenn man dem Wörterbuch glaubt und momentan den Spielerkader von Bayer 04 Leverkusen beobachtet. Die Prellung - von Fußballern gerne auch Pferdekuss genannt - ist offiziell „eine durch Aufprall auf einen stumpfen Gegenstand, durch einen Schlag oder Ähnliches entstandene innere Verletzung“. Geprallt sind bei Bayer zuletzt Karim Haggui (im Spiel gegen Bremen) und Tranquillo Barnetta (im Training). Beide trugen Hüftprellungen davon. Einen Schlag bekam Bernd Schneider. Er beklagt einen dicken Fuß, der insbesondere beim Schießen schmerzt. Alle drei machen gerade die Erfahrung, dass Prellungen wenig gefährlich, dafür aber umso lästiger sind.
Im Fall Haggui sogar so lästig, dass „hinter dem Fragezeichen, ob er am Samstag spielen kann, ein großes Ausrufezeichen steht“, sagt Trainer Michael Skibbe. Soll heißen: Das Heimspiel der Leverkusener gegen den VfL Wolfsburg (15.30 Uhr / Arena) findet wohl ohne den tunesischen Innenverteidiger statt.
Ein Rätsel für
Klaus Augenthaler
Wie gut, dass der gezerrte Juan (Adduktoren) wieder fit ist und neben Ahmed Madouni verteidigen kann. Während hinter Barnetta ein „kleines Fragezeichen“ steht, prangt, laut Skibbe, hinter Schneider „ein Großes“. Das wiederum könnte Platz schaffen für Paul Freier, der als Ersatzmann schon in Bremen eine sehr gute Figur machte.
Das Motto von Michael Skibbe vor diesem Wochenende lautet jedenfalls: Wolfsburgs Trainer Klaus Augenthaler kennt als Ex-Bayer die Leverkusener so gut, dass er ruhig bis Samstagmittag über die Aufstellung der Gastgeber grübeln soll. Und so munkelt Skibbe: „Wenn Tranquillo fit ist, wird er spielen. Wenn Bernd fit ist, wird er ebenfalls spielen. Ich kann mir aber auch vorstellen, dass Schneider und Barnetta spielen.“ Das Spekulieren, auf wen der Trainer in diesem Fall verzichten würde, überlassen wir hiermit Klaus Augenthaler.
Neben dem Trainer ist auch der linke Mittelfeldmann der Niedersachsen ein alter Bekannter: Jacek Krzynowek kehrt in die Bay- Arena zurück. „Aber anders als bei unserem Ehemaligen-Besuch bei Clemens Fritz in Bremen wollen wir die Punkte diesmal mitnehmen“, schmunzelt Skibbe. Der Fußballlehrer fordert von seinen Profis einen offensiven Auftritt: „Druck machen, nach vorne spielen, Chancen herausarbeiten und treffen.“ Soll Bayer den Anschluss an die Spitzengruppe der Bundesliga halten, müssten alle ihr Potenzial zeigen. „Wer sich versteckt ist selber schuld“, sagt Skibbe: „Den wollen wir bei uns nicht haben.“