Frankfurt siegt gegen Bayer

  • Thurk stellt wieder die Weichen


    Die ersatzgeschwächten Frankfurter gewannen nicht unverdient, weil sie im zweiten Abschnitt ihre Kampfkraft in die Waagschale warfen. Dank Takaharas Ausgleich kam die Eintracht schnell wieder. Bayer muss sich den Vorwurf gefallen lassen, aus der spielerischen Überlegenheit nicht mehr Kapital geschlagen zu haben.


    Bei den Frankfurtern fehlten im Vergleich zum 4:0 gegen Bröndby Amanatidis (Fußprellung) und Kyrgiakos (Rücken- und Beckenprellung). Dafür kamen Takahara im Sturm und Russ in der Abwehrzentrale zum Zug. Kyrgiakos fehlte schon Samstag bei der Fahrt ins Mannschaftshotel, Amanatidis war noch dabei, musste aber einen Belastungstest am Sonntagvormittag abbrechen.


    Bei Leverkusen setzte Trainer Skibbe im Vergleich zum 0:0 in Sion auf Papadopulos und ließ den Schweizer Nationalspieler Barnetta draußen. Zudem fehlte der in der Bundesliga Gelb-Rot-gesperrte Ramelow und der weiterhin verletzte Kießling.


    Bei den Frankfurtern machten sich die Personalwechsel bemerkbar, die Hessen fanden nur schwer in die Partie. Die Leverkusener dagegen wirkten vom Anpfiff weg eingespielter, doch echte Chancen hatten auch sie zunächst nicht.
    Streit: Auffällig und lautstark


    Bei der Eintracht zeigte sich im ersten Abschnitt Außenbahnspieler Streit am auffälligsten, der sich neben einigen gelungenen Szenen auch eine kurze Diskussion mit Schiedsrichter Fandel erlaubte, die beinahe mit der Ampelkarte für Frankfurts Nummer 8 geendet hätte.


    Bei der Mannschaft von Trainer Skibbe ging vor allem über den sehr spielfreudigen Freier etwas, doch spielte er auch ein wenig glücklos. Ein Linksschuss strich Zentimeter am Tor vorbei (24.), Sekunden zuvor hatte Papadopulos die große Chance nach einem Barbarez-Zuspiel, doch der Tscheche scheiterte aus fünf Metern, weil Huggel noch ein Bein dazwischen bekam. Eine weitere Großchance vergab der Leverkusener Offensivmann nach einem schnellen Konter über Barbarez, als er mit links in Keeper Pröll seinen Meister fand (35.).
    Takahara: Emisg, aber zunächst glücklos


    Und Frankfurt? Das Offensivspiel der Hessen lahmte im ersten Abschnitt. Zwar ging Takahara immer wieder in die Lücken, doch fand der letzte Pass kaum einmal einen Abnehmer. Die beste Chance hatte trotzdem der Japaner, als er nach einem schnellen Freistoß alleine vor Bayer-Schlussmann Butt auftauchte, doch den Lupfer neben den Kasten platzierte (27.).


    In einer durchwachsenen ersten Halbzeit hatte die Elf von Trainer Michael Skibbe unter den Augen von Bundestrainer Joachim Löw die besseren Chancen und zeigte auch die bessere Spielanlage. Dass sie kein Tor erzielte, sollte der Frankfurter Mannschaft für den zweiten Durchgang Hoffnung machen.
    Rehmer mit Platzwunde raus


    Im zweiten Abschnitt mussten die personell arg gebeutelten Frankfurter gleich einen weiteren Rückschlag einstecken. Rehmer knallte im Zweikampf mit Papadopulos gegen dessen Ellenbogen, zog sich eine Platzwunde an der Stirn zu und musste raus. Sein Ersatzmann Cimen war noch gar nicht herbeigeeilt, da führten die Leverkusener einen Eckball kurz aus. Barbarez flankte auf den ersten Pfosten, wo Madouni mit dem langen Bein die Kugel in die Maschen drückte (52.).


    Nun schien Leverkusen auf der Siegerstraße, doch die Freude über den Führungstreffer währte nicht lange. In der 55. Minute brachte Köhler die Freistoßflanke herein, in der Mitte setzte sich Takahara klasse durch und wuchtete den Kopfball zum 1:1-Ausgleich ins lange Eck. Nun war die Partie wieder offen, recht viel flotter wurde sie trotz des Zwischenspurts aber nicht.


    Erst in der 67. Minute tauchte Thurk nach einem weiten Ball von Streit alleine vor Butt auf, doch der Frankfurter zog zu überhastet ab. Im Gegenzug hätte beinahe Freier den Leverkusener Führungstreffer erzielt, doch Pröll war erneut auf dem Posten. So war es bei Frankfurt einmal mehr Thurk vorbehalten, die Weichen auf Sieg zu stellen. Nachdem der Ex-Mainzer schon mit einem Dreierpack gegen Bröndby aufwartete, hämmerte er nun die Kugel aus 25 Metern in die Maschen. Allerdings profitierte er dabei von Madounis Kopfball-Abfälscher, der den Ball für Butt unhaltbar machte (70.).
    Ochs machte den Sack zu


    Nun musste Leverkusen kommen. Voronin und Rolfes hatten den Ausgleich auf dem Fuß (76., 82.), doch freilich entblößte Bayer jetzt die Defensive. Das nutzte Ochs aus, der von Streit steil geschickt wurde und im zweiten Versuch gegen Butt einnetzte (84.). Damit war die Partie entschieden.


    Die Frankfurter waren nicht das bessere Team, aber das eindeutig willensstärkere. So kommen die Hessen zu nicht unverdienten drei Punkten. Die Bayer-Elf zeigte eine gute Spielanlage, doch gingen die Westdeutschen zu leichtfertig mit ihren Chancen um.


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