Bayer 04 ohne Angst vor schweren Gegnern

  • VON STEPHAN KLEMM, 04.10.06, 19:36h


    Leverkusen - Schwere Gruppe, schwere Gegner, Angst vor dem Ausscheiden? Ach was. Rudi Völler denkt da ganz anders, auch wenn man seinem Klub Bayer 04 Leverkusen in der Gruppenphase des Uefa-Pokals den FC Brügge, die Tottenham Hotspurs, Dinamo Bukarest und Besiktas Istanbul zugelost hat. Der Bayer-04-Sportchef sagt stattdessen: „Genauso wollten wir es ja haben. Solche Gegner machen den Uefa-Pokal attraktiv.“


    Bayer 04 beginnt seine Serie in der Gruppe B am 19. Oktober mit einem Auswärtsspiel beim derzeitigen Dritten der belgischen Liga, dem FC Brügge. Besonders interessant für Leverkusen ist zudem die Tatsache, dass man die beiden vermeintlich stärksten Gegner daheim empfängt: Die Tottenham Hotspurs gastieren am 23. November in der BayArena, der türkische Pokalsieger Besiktas Istanbul stellt sich dort zum Gruppenabschluss am 14. Dezember vor. Dazwischen gastiert Bayer 04 beim rumänischen Tabellenführer Dinamo Bukarest (29. November).


    Das Spiel gegen Tottenham ist für die Rheinländer besonders attraktiv, im Sturm der Engländer spielt mit Dimitar Berbatow Bayers Ex-Torjäger, der erst vor Saisonbeginn nach London gewechselt ist. „Tottenham alleine ist schon eine große Nummer. Dass die auch noch mit Berbatow kommen werden, ist natürlich richtig toll für uns, aber auch für ihn“, freut sich Völler.


    Die ersten drei Klubs überstehen die Gruppenphase, danach stoßen die acht Drittplatzierten der Champions League hinzu, gemeinsam spielt man dann das Achtelfinale des Uefa-Cups aus. „Und da wollen wir natürlich noch dabei sein, auch wenn es noch so schwer wird“, fordert Völler. Dass seine Mannschaft dazu in der Lage ist, habe sie zuletzt durch ihre beiden 3:1-Siege gegen Sion und Schalke 04 gezeigt.


    Trainer Michael Skibbe sieht seine Mannschaft ebenfalls nicht chancenlos. „Es ist alles sehr ausgeglichen, und jeder kann jeden schlagen. Ich freue mich, dass wir überhaupt dabei sind. Wir haben ein Jahr dafür gekämpft, und ich hoffe natürlich, dass wir uns für die nächste Runde qualifizieren.“


    Noch ein bisschen schwerer ist die Aufgabe, vor der Eintracht Frankfurt bei seiner Uefa-Pokal-Session steht. Die Hessen treffen in Gruppe H auf Newcastle United, den spanischen Vertreter Celta de Vigo, US Palermo und Fenerbahce Istanbul. „Das ist dann wohl eine Hammergruppe, in der jede einzelne Begegnung zu einem Fußballfest werden wird. Ich freue mich total auf diese Gegner“, kommentierte Eintracht-Stürmer Michael Thurk am Dienstag das Ergebnis der Auslosung im Uefa-Hauptquartier in Nyon. „Das ist eine wahnsinnig tolle Gruppe. Wir freuen uns auf diese super Spiele, können viel lernen. Wir werden versuchen, den ein oder anderen Großen zu ärgern“, erklärte Trainer Friedhelm Funkel.


    Der Uefa-Cup-Sieger von 1980 startet am 19. Oktober vor heimischer Kulisse gegen den derzeitigen Tabellenzweiten der Serie A, US Palermo, in die Zwischenrunde. Heimvorteil genießen die Frankfurter zudem am 30. November gegen Newcastle. Auswärts müssen die in dieser Saison noch ungeschlagenen Frankfurter am 2. November bei Celta Vigo und am 13. Dezember beim türkischen Rekordmeister in Istanbul antreten.


    Die Frankfurter, die erstmals seit über elf Jahren wieder international vertreten sind, erhoffen sich Mehreinnahmen in Höhe von zwei bis drei Millionen Euro. (mit dpa)

    http://www.ksta.de/jks/artikel.jsp?id=1159354623449