Den Stuttgartern gelang gegen Bayer Leverkusen der erste Heimsieg der laufenden Saison. Vor allem in der zweiten Hälfte waren die Hausherren hoch überlegen und Bayer konnte froh sein, nicht mit einer noch höheren Niederlage den Heimweg antreten zu müssen. Die Skibbe-Elf agierte harmlos und enttäuschte vor allem spielerisch.
VfB-Coach Armin Veh konnte nach dem 2:2 in Berlin personell nahezu aus dem Vollen schöpfen. Der angeschlagene Osorio musste allerdings kurzfristig passen. Insgesamt gab es drei Veränderungen: Nach seinem Muskelfaserriss war Kapitän Meira wieder in der Innenverteidigung. Tasci rückte dafür auf rechts. Außerdem stand Boka (Mandelentzündung) für Magnin auf links. Im Mittelfeld kam Khedira zu seinem ersten Bundesligaeinsatz von Beginn an - Hitzlsperger blieb nur die Ersatzbank.
Zuletzt überzeugte die Bayer-Elf beim 3:1-Sieg gegen Schalke. So nahm Trainer Michael Skibbe denn auch nur eine Veränderung vor. Kießling rückte für Madouni wieder in die Startformation. Dafür rückte Schneider auf die rechte Position in der Abwehrreihe.
Stuttgart versuchte gleich von Beginn an Druck aufzubauen und hatte durch ein schönes Solo von Gomez bereits in der 2. Minute den ersten Torschuss, den Butt parierte. In der Anfangsphase wurden die Leverkusener schon früh im Aufbauspiel von der Heimelf gestört. Nach zehn Minuten kam Bayer allmählich besser ins Spiel, weil der VfB nicht mehr so druckvoll agierte und den Gästen mehr Platz ließ. Aber erst nach einer Standardsituation die erste Chance für die Skibbe-Elf. Doch Juans Kopfball aus fünf Metern nach Freistoßflanke von Schneider ging über das Tor (16.).
Cacau weckte die Schwaben wieder auf. Nach Pass vom agilen Khedira scheiterte der Brasilianer zunächst an Butt (19.) und auf Zuspiel von Gomez verzog er nur knapp (20.). Dem Weckruf folgten jetzt auch Hilbert und Gomez. Der Ex-Fürther passte auf den Stürmer, der sich gegen die nicht konsequent agierende Barbarez und Haggui durchsetzte und mit einem Schuss in die lange Ecke Keeper Butt keine Chance ließ (22.).
Bei Leverkusen fehlten aus dem Mittelfeld die Ideen, um die bis dahin sichere Deckung zu überwinden. Zu oft wurde auch mit langen Bällen gespielt, die leicht abgefangen werden konnten. Schneider schaltete sich zwar häufig über rechts in die Offensive ein, aber auch der Nationalspieler vermochte zunächst keine Akzente zu setzen. Die Defensive des VfB musste jedoch schon in der 35. Minute aufgelöst werden, weil Meira mit Problemen in der Wade das Feld verlassen musste. Hilbert rückte zurück und der eingewechselte Gentner auf die Außenposition im Mittelfeld. Auch danach blieb die Veh-Elf das bessere Team und vergab durch Cacau, der freistehend an Butt scheiterte die große Möglichkeit noch vor der Pause zu erhöhen (39.)
Trainer Michael Skibbe reagierte und brachte für den blassen Kießling zur zweiten Hälfte Barnetta. Trotzdem hatte die Heimelf den besseren Start. Boka erhöhte mit einem Linksschuss aus 20 Metern - den Schneider unhaltbar für Torhüter Butt abfälschte - zum 2:0 (48.).
Auf der anderen Seite bereitete Barnetta die beste Bayer-Chance vor. Schneider scheiterte mit seinem Schuss jedoch am Innenpfosten (52.). Dann flog Ramelow mit zwei Gelben Karten innerhalb einer Minute vom Feld. Zunächst foulte er Gomez. Beim folgenden Freistoß von Pardo bekam er den Ball an die Hand und musste mit Gelb-Rot vom Platz. Den umstrittenen Handelfmeter konnte da Silva nicht verwandeln. Butt hatte die Ecke geahnt und konnte halten (62.).
In der Folge machte Leverkusen auf, was Stuttgart zahlreiche Chancen eröffnete, die jedoch allesamt ungenutzt blieben. Da Silva und Cacau vergaben jeweils aus kurzer Distanz. Bayer war weiter bemüht, blieb aber auch weiter ohne Tormöglichkeiten und offenbarte in der Defensive jetzt erhebliche Lücken. Nach einem Konter konnte der eingewechselte Hitzlsperger nach schöner Vorarbeit von Gomez den dritten Treffer markieren. Danach nahm der VfB ein bisschen das Tempo raus und spielte die Partie sicher über die Zeit. Auch die dezimierten Gäste unternahmen nur noch das Nötigste bis zum Abpfiff.
Für den auswärts noch ungeschlagenen VfB geht es nächste Woche nach Wolfsburg. Leverkusen muss im UEFA-Cup zunächst gegen den FC Brügge ran und empfängt nächstes Wochenende den tief in der Krise steckenden Hamburger SV.