Von ALEXANDER HAUBRICHS
Leverkusen – Die ärmste Sau fand die deutlichsten Worte. „Wenn man sich so einen Schrott zusammenspielt, dann hat man in der Liga nichts verloren“, schimpfte Keeper Jörg Butt.
Mit 0:3 (0:1) verlor Bayer Leverkusen bei der No-Name-Truppe aus Stuttgart – und war noch gut bedient.
Bernd Schneider: „Wir hätten sieben oder acht Stück kriegen müssen.“ Schrotthaufen Bayer. „Das waren flächendeckend Totalausfälle“, fand Sportchef Rudi Völler.
Die junge Stuttgarter Elf, deren Stars wie Tomasson, Streller oder Hitzlsperger allesamt auf der Bank saßen, machte seinen Profis vor, was zielstrebiger Fußball heißt. „Wir sind allein in der ersten Hälfte in zehn Konter gerannt. Und in der zweiten war es nicht viel besser“, sagte Tranquillo Barnetta.
Mit der Offensiv-Taktik von Trainer Michael Skibbe rannte Bayer ins Verderben. „Der gesamte Defensiv-Verbund hat nicht funktioniert. Wenn man nicht bereit ist, die Dinge zu tun, die richtig sind, dann kann man nicht gewinnen“, sagte der Coach. Die Abwehr – ein Torso. Das Mittelfeld – ein Loch. Der Angriff – nicht zu sehen. Nur Schrott bei Bayer.
In der Pause wechselte Skibbe Kießling aus, am erneut furchtbar enttäuschenden Sergej Barbarez hielt er wieder über 90 Minuten fest. „In der zweiten Halbzeit wurde es bis zum Gegentor etwas besser“, behauptet Skibbe. Nur: Das Tor fiel schon nach drei Minuten. Dann gabs Nackenschläge beinahe im Minutentakt. Erst das zweite Tor – Schneider hatte Bokas Ball unglücklich abgefälscht (48.).
Dann krachte Schnix‘ Schuss an den Pfosten. In der 60. Minute musste Gonzalo Castro verletzt vom Feld, sechzig Sekungen später ging Ramelow mit Gelb-Rot vom Feld. Und in der 76. Minute setzte Hitzelsperger das 3:0 drauf.
Totalschaden auf der ganzen Linie. Schrotthaufen-Kapitän Carsten Ramelow: „Jeder zweite Ball ging verloren, die Zweikämpfe gingen alle an Stuttgart. Wie willst du da gewinnen? Am Donnerstag im UEFA-Cup in Brügge müssen wir uns ganz anders präsentieren – sonst geht das auch daneben.“