Von THOMAS GASSMANN
Leverkusen - Bayer in der Krise. Acht Punkte, ein Zähler von den Abstiegsrängen entfernt. Ein Desaster. Trainer Michael Skibbe in der Schusslinie der Fans. Die Bosse unter Druck. „Wir haben die Qualität, um im oberen Drittel mitzuspielen“, sagte Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser Montag dem EXPRESS, „jetzt sind wir im letzten Drittel gelandet. Das stimmt mich nachdenklich. Wir stehen mit dem Rücken zu Wand.“
Der erste Krisengipfel fand nach dem 1:2 gegen den HSV statt. Gestern tagte dann noch einmal die Elefantenrunde. Fazit: Skibbe darf trotz des verkorksten Saisonstarts und seiner Einwechselfehler gegen den zuvor in 15 Spielen sieglosen HSV weitermachen. „Wir behalten die Ruhe“, erklärte Holzhäuser, „Skibbe ist kein Thema.“
Völler indes vollzog den großen Schulterschluss. Bei der Suche nach den Ursachen machte er auch vor seiner Person nicht halt, er übte Selbstkritik. „Wir müssen uns jetzt alle hinterfragen, auch ich. Wurden Fehler begangen, müssen wir sie jetzt abstellen.“
Man dürfe jetzt nicht die Nerven verlieren. Völler ist nämlich überzeugt, dass die von ihm, Manager Michael Reschke und Skibbe zusammengestellte Mannschaft die Qualität hat, am Saisonende unter die ersten sechs zu kommen. „Das bleibt weiter unser Ziel. Dafür ist die Mannschaft auch stark genug.“
Dafür geht Völler ans Eingemachte. Die Schonzeit für Fünf-Millionen-Einkauf Stephan Kießling („Er verzweifelt mit sich selbst“), gegen den HSV desolat, ist vorbei. „Mit ihm werde ich jetzt reden.“
Druck übt nun die Konzernmutter Bayer aus. „Wir laufen der Musik hinterher“, kritisierte der Sportbeauftragte Meinolf Sprink, „die Zuschauer waren bedient.“ Die Vertragsverlängerungen mit Völler, Reschke, Skibbe und Holzhäuser würden nun erst einmal auf die Seite gelegt. „Irgendwann werden wir darüber reden. Es gibt aber kein genaues Datum.“