MICHAEL SKIBBE
Von ALEXANDER HAUBRICHS
Leverkusen – Sie kennen sich ewig, zogen als Teamchef und Bundestrainer gemeinsam ins WM-Finale von Yokohama ein: Leverkusens Sportchef Rudi Völler und Bayer-Coach Michael Skibbe haben sicher eine besondere Beziehung im sonst so kalten Profigeschäft Bundesliga.
Doch nun ist Bayer tief in der Krise. Und die Frage stellt sich: Wie lange hält Rudi an Kumpel Skibbe fest? Nach dem verkorksten Saisonstart mit nur acht Punkten und dem peinlichen Aus im Pokal in Duisburg (2:3 n.V.) gibt Völler dem Trainer volle Rükendeckung. „Es gibt keinen Grund dazwischenzuhauen. Den gäbe es nur, wenn das Verhältnis zwischen Trainer und Mannschaft nicht stimmen würde. Das Verhältnis steht aber wie eine Eins.“ Selbst Pleiten gegen Gladbach und Mainz kann der Trainer sich erlauben.
Alles ist super. Nur die Realität nicht. Taktische Defizite, System-Chaos, ständig wechselndes Personal und Pleiten in Serie – Trainer und Team entgleitet die Saison zusehends. Völler gibt zu: „Sicher, wir haben zu wenig Punkte. Aber wir werden mit dem Abstiegskampf nichts zu tun haben.“ Die Mannschaft ist da kritischer.
Mittelfeldspieler Simon Rolfes: „Jedes Spiel ist ein Tanz auf der Rasierklinge. Wie in Duisburg: Die warten auf den Gnadenschuss, und wir laden sie zum Toreschießen ein.“ Das Problem: Der Trainer schafft es nicht, einen funktionierenden Defensivverbund zu finden - und vorne trifft keiner.
So langsam kippt Skibbes Bilanz bei Bayer ins Negative: 15 Siege stehen 14 Niederlagen gegenüber, zwölfmal spielte man Remis. Pures Mittelmaß. Aber noch kann er sich seines Jobs sicher sein. Skibbe: „Ich spüre hier einen großen Zusammenhalt, was mich anbetrifft.“