VfL mit schwacher Vorstellung
Zum ersten Mal seit dem 21.11.1998 gewinnt Leverkusen in Bochum und verbessert sich damit ins gesicherte Mittelfeld. Der VfL verliert dagegen nach dem Zwischenhoch mit einem Erfolg in Hannover erneut zu Hause. Die über weite Strecken schwache Vorstellung des VfL, zumal ab der 52. Minute nach Gelb-Roter Karte gegen Freier in Überzahl, kommentierten einige der 18469 Zuschauer gegen Ende der Partie mit "Koller raus"-Rufen.
Eine Änderung nahm Bochums Trainer Marcel Koller nach dem 2:0-Sieg in Hannover vor. Für den gesperrten Kapitän Zdebel (5. Gelbe Karte) kam Maltritz neu ins Team, der in der Innenverteidigung spielte, während Butscher ins defensive Mittelfeld vorgezogen wurden. Ebenfalls zu einem Wechsel, allerdings zu mehreren taktischen Umstellungen, war Bayer-Trainer Michael Skibbe nach der Verletzung von Innenverteidiger Juan (Platzwunde über dem Auge) gezwungen. Haggui rückte in der Abwehr von rechts nach innen. Schwegler übernahm die rechte Außenverteidigerposition, während Schneider an Stelle des Schweizers im defensiven Mittelfeld agierte. Neu in die Mannschaft kam Freier.
Von Beginn an dominierten die Leverkusener im revirpowerSTADION. Gegen eine behäbig wirkende Hintermannschaft hatte Rolfes bereits nach nicht einmal 120 Sekunden mit einem Kopfball eine große Chance. Wenige Minuten später dann die Führung für Bayer: Nach einem Eckball durch Nationalspieler Schneider von der rechten Seite stieg Barbarez im Strafraum am höchsten und köpfte das Leder ins linke obere Toreck (7.).
Auch in der Folge blieb die Werkself überlegen. Bezeichnend, dass der VfL, der nach 20 Minuten nur kurzfristig besser ins Spiel kam, keine einzige gute Torgelegenheit im ersten Spielabschnitt hatte. Anders die Skibbe-Elf: Nachdem Bochums Trainer Marcel Koller Drsek, der nach Foul von Freier angeschlagen war, nach einer halben Stunde gegen Ilicevic austauschen musste, war die Abwehr scheinbar noch mit Umstellungen beschäftigt. Dies nutzte Voronin nach Querpass von Babic am Strafraumrand aus, und erhöhte unbedrängt aus zentraler Position zum Halbzeitstand (32.).
Marcel Koller brachte nach der Pause Trojan für Grote — eine Hereinnahme, die sich prompt bezahlt machte. Zunächst wurde der Tscheche am Strafraumrand gefoult, so dass Ilicevic den fälligen Freistoß aus etwa 25 Metern Torentfernung in halblinker Position über die Mauer ins linke Eck zum Anschlusstreffer zirkeln konnte (48.). Dann wurde Freier nach unglücklichem Zweikampf mit Trojan von Schiedsrichter Wagner, der sich zuvor kurz mit seinem Assistenten beraten hatte, mit Gelb-Roter Karte des Feldes verwiesen (52.).
Die Bochumer präsentierten sich danach deutlich zielstrebiger als noch in der ersten Hälfte, ohne allerdings wirklich gefährlich zu werden. Im Gegenteil: Die Leverkusener waren es, die mit Kontern zu Gelegenheiten kamen. Nachdem bereits Schneider und Voronin den erneuten Zwei-Tore-Vorsprung verpasst hatten, war es schließlich Barnetta, dem das 3:1 gelang. Der Schweizer verwertete ein Zuspiel von Voronin in der Strafraummitte (71.). Gegen konsternierte Bochumer hätten die Leverkusener danach trotz numerischer Unterzahl sogar noch erhöhen können.
Der VfL befindet sich nach der erneuten Heimniederlage nun punkt- und torgleich mit dem 1. FSV Mainz 05 am Tabellenende. Die Leverkusener verbessern sich dagegen auf Rang neun mit Anschluss an die UEFA-Cup-Plätze und gehen damit gestärkt ins Spiel gegen den FC Bayern München am Samstag.