2006.11.08
Die Geschichte von Bayers zweitem Auswärtssieg der Saison ist eigentlich schnell erzählt. „Wir hatten das Spiel voll im Griff und haben hoch verdient gewonnen“, machte es Michael Skibbe in der Analyse kurz.
Sein Bochumer Kollege Marcel Koller konnte und wollte nicht widersprechen, zu eindeutig war an diesem Abend der Leistungsunterschied zwischen Bayer und Bochum.
Skibbe entschied sich bei der Besetzung der Abwehr für Pirmin Schwegler auf der rechten Seite, Bernd Schneider spielte im Mittelfeld zentral neben Simon Rolfes. An seiner ehemaligen Arbeitsstätte rückte Paul Freier rechts ins Mittelfeld.
Ohne Anlaufzeit übernahm Bayer sofort das Kommando, legte los wie eine Heimmannschaft. Und brauchte keine zwei Minuten für die erste Großchance. Simon Rolfes köpfte einen Babic-Freistoß im Fünfmeterraum genau auf Torwart Bade.
Barbarez mit Köpfchen
Sergej Barbarez stellte wenig später seine Kopfballstärke unter Beweis. Schneiders Ecke von rechts setzte der Bosnier aus acht Metern in den Winkel (7.).
Typisch diese Szene: Bayer war einfach gedanklich wacher und schneller. Wie Schneider nach einer Viertelstunde, als er Maltritz den Ball im Bochumer Strafraum abluchste, doch Voronin über den Rückpass trat.
Bochum fand erst nach 25 Minuten zaghaft ins Spiel, aber ein anderes Mittel als Weitschüsse fand der VfL die gesamte Spielzeit nicht. Anders Bayer 04: Babic zog von links in die Mitte, Barbarez ließ den Pass durchlaufen und Andrej Voronin vollstreckte flach von der Strafraumgrenze (32.).
Freier sieht Ampelkarte
Schneider hatte schnell das dritte Tor auf dem Fuß, wurde allein vor Bade aber zu weit abgedrängt. Eine souveräne erste Leverkusener Hälfte, die zweite begann nicht nur wegen des einsetzenden Regens mit einer kalten Dusche.
Ilicevic zirkelte nach 48 Minuten einen 25-Meter-Freistoß ins Netz, Jörg Butt wurde überrascht. Und vier Minuten später spielte Bayer nur noch zu zehnt. Paul Freier rutschte auf nassem Boden weg, berührte Trojan minimal, doch Schiedsrichter Lutz Wagner zückte nach Hinweis seines Assistenten die Ampelkarte.
Eine Fehlentscheidung, die Bayer nicht aus dem Konzept brachte. Bochum versuchte den Druck zu erhöhen, fand aber nicht die kleinste Lücke.
Debüt für De Wit
Viel gefährlicher die Konter von Bayer 04. Voronin tauchte nach herrlichem Barbarez-Pass frei vor Bade auf, der seinen Heber wegwischte (70.).
Aber der Ukrainer überzeugte dennoch, war fast an jeder Angriffsaktion beteiligt. Logisch, dass er auch beim 3:1 seine Füße im Spiel hatte. Seinen Querpass in die Mitte spitzelte Barnetta aus fünf Metern ein (71.).
Bochum gab auf, Bayer spulte sein restliches Pensum mühelos runter. Pierre De Wit durfte in der Schlussminute sogar noch sein Bundesligadebüt feiern. Durch den Sieg verbesserte sich Bayer auf Platz 9 und ist nun gerüstet für das Heimspiel gegen den FC Bayern am kommenden Samstag.
VfL Bochum: Bade - Pallas, Maltritz, Drsek, P. Bönig - Dabrowski, Butscher - O. Schröder, Grote - Fabio Junior, Gekas
Bayer 04: Butt - Schwegler, Madouni, Haggui, Babic - B. Schneider, Rolfes - Freier, Barbarez, Barnetta - Voronin
Tore: 0:1 Barbarez (7.), 0:2 Voronin (32.), 1:2 Ilicevic (48.), 1:3 Barnetta (71.)
Einwechslungen: 30. Ilicevic für Drsek, 46. Trojan für Grote, 69. van Hout für Pallas, 78. Kießling für Voronin, 90. De Wit für Barnetta
Gelb-Rote Karte: Freier (52.)
Gelbe Karten: Dabrowski, Haggui
Zuschauer: 18469
Schiedsrichter: Lutz Wagner (Kriftel)
bayer04.de