Planlos in die Pleite gestolpert

  • Leverkusen - Ausgerechnet Dimitar Berbatow hat Bayer Leverkusen noch tiefer in die Krise gestürzt und dem Werksklub in der Uefa-Pokal-Gruppenphase einen schweren Schlag im Kampf um den Einzug in die Zwischenrunde versetzt.



    Dimitar Berbatow (M.) erzielte in der 35. Minute das Tor des Tages


    Der bulgarische Nationalspieler erzielte bei der 0:1 (0:1)-Heimpleite der Rheinländer am dritten Spieltag der Gruppe B gegen die Tottenham Hotpsur fünf Monate nach seinem Abschied aus Leverkusen den Siegtreffer (35.) für die Gäste.


    Damit muss die Elf von Bayer-Trainer Michael Skibbe mit nur einem Punkt aus zwei Spielen um den Sprung in die Runde der besten 32 bangen, während die Spurs mit der Optimal-Ausbeute von neun Zählern aus drei Partien vorzeitig in die nächte Runde einzogen.
    Berbatow staubt ab


    Berbatow, der für 15,7 Millionen Euro von Leverkusen nach London gewechselt war, war in der entscheidenden Szene zur Stelle, als er nach einer feinen Kombination über Robbie Keane und Aaron Lennon traf.


    Die Leverkusener, die nur zwei ihrer letzten zehn Pflichtspiele gewinnen konnten, stehen nunmehr in ihrem dritten Gruppenspiel bei Dinamo Bukarest am Mittwoch (29. November) bereits schwer unter Druck.


    Bei einer weiteren Niederlage könnte das Überwintern im internationalen Wettbewerb möglicherweise schon ad acta gelegt werden.


    Enttäuschende Vorstellung


    In ihrem 117. Europapokal-Spiel lieferten die Leverkusener eine enttäuschende Vorstellung ab. Ohne Leidenschaft, ohne Ideen und über weite Strecken auch ohne Konzept agierte die Elf von Trainer Michael Skibbe und erspielte sich kaum nennenswerte Torchancen.


    In der ersten Hälfte kam Bayer nicht einmal gefährlich vor das Tor und musste sich dementsprechend zur Pause ein Pfeifkonzert der 22.500 Zuschauer in der ausverkauften BayArena anhören.


    Tottenham klar besser


    Anders dagegen der zweimalige Uefa-Pokal-Sieger aus London.
    Die Spurs machten die Räume geschickt eng und sorgten durch ihre gefährlichen Offensiv-Spieler immer wieder für Gefahr vor Leverkusens Tor.


    Dabei stand im ersten Durchgang vor allem Berbatow im Mittelpunkt. Bereits vor seinem Treffer hatte der Angreifer zwei gute Möglichkeiten (22. und 33.).


    Freier sorgt für Schwung


    Mit Beginn der zweiten Halbzeit brachte Skibbe durch Paul Freier etwas frischen Wind ins Leverkusener Spiel.


    Der Rechtsaußen war es auch, der sich gleich die erste Torchance erarbeitete, doch sein Schuss wurde von Englands Nationalkeeper Paul Robinson abgewehrt.


    Vier Minuten später war es erneut Freier, der für den Ukrainer Andrej Woronin blendend auflegte. Doch erneut war Robinson zur Stelle.


    Gefährliche Konter


    Tottenham entwickelte derweil durch Konter immer wieder Gefahr. So hatten erneut Berbatow (58.), der im zweiten Durchgang sogar von den Leverkusener Fans gefeiert wurde, sowie Keane (65.) das 2:0 auf dem Fuß.


    Die beste Leverkusener Möglichkeit im zweiten Durchgang hatte unterdessen Nationalspieler Bernd Schneider, der mit einem 28-Meter-Schuss nur den Pfosten traf.


    Srechchöre gegen Skibbe und Holzhäuser


    Auf Seiten der Gastgeber, deren Anhänger in der Schlussphase in Sprechchören lautstark die Entlassungen von Skibbe und auch Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser forderten, erreichten allenfalls der eingewechselte Freier und Kapitän Carsten Ramelow Normalform.


    Bei den Gästen verdienten sich Berbatow, Keane und Robinson die Bestnoten.