Von ALEXANDER HAUBRICHS
Bielefeld – Die roten Leverkusener lachten und klatschten sich ab, die heimischen Ostwestfalen drehten eine Ehrenrunde und wurden von den meist ebenso blau gekleideten Fans mit rauschendem Applaus verabschiedet.
Bundesliga-Fußball im Jahr 2006: Der gemeine Fan ist offenbar schon damit zufrieden, wenn sein Team nicht dauernd verliert. Eine Nullnummer als Feierstunde - dabei hatte das maue Spiel sprichwörtlich keinen Sieger verdient.
Kaum eine Torraumszene, kein packender Zweikampf. Chancen allenfalls, wenn sich Spieler wie Heiko Westermann einen Blackout erlauben – aber auch die werden nicht genutzt.
Aber es gehört zum Liga-Alltag, dass einem so ein Gekicke dann noch als packend verkauft wird. „Wir haben ein interessantes Fußball-Spiel gesehen. Ich bin mit der Leistung einverstanden. In unserer Situation hilft uns dieser Punkt weiter. Jetzt können wir noch ein paar Tage unsere Wunden lecken und dann gegen Hertha einen Riesenschritt nach vorne machen“, sagt etwa Trainer Michael Skibbe.
Denn das Kuriose ist: Durch den Auswärtszähler machte die Werkself einen Sprung auf Platz acht der Tabelle – und rückte vor derm Duell mit dem direkten Konkurrenten aus Berlin bis auf fünf Zähler an das Saisonziel Platz fünf heran. Skibbes Gegenüber Thomas von Heesen freute sich, dass „wir nach unseren wahnsinnigen Abstimmungsproblemen zu Beginn die besseren Chancen hatten. Aber insgesamt bin ich mit dem Punkt zufrieden.“
Aber diesmal lügen wenigstens die Statistiken nicht: Beinahe jeder zweite Pass in der gegnerischen Hälfte landete beim Gegenspieler. Der größte Witz aber war die Zahl der Schüsse auf das gegnerische Tor: Bielefeld 5, Leverkusen 0. Null!!! Mathias Hain hatte einen wirklich ruhigen Nachmittag…
Stürmer Stefan Kießling: „Bei unseren Chancen hat uns auch etwas das Glück gefehlt. Wir haben es versäumt, in der Anfangsphase unsere klare Überlegenheit zu nutzen. Da hätten wir in Führung gehen müssen, dann wäre vieles einfacher gewesen.“