Leverkusen hofft auf Versöhnung und Punkte

  • ERSTELLT 07.12.06, 21:25h


    Leverkusen - Bayer 04 Leverkusen will im Schlussspurt bis zur Winterpause den ramponierten Ruf wieder aufpolieren. „Bisher war die Saison nicht so prickelnd. Deshalb wollen wir jetzt einen versöhnlichen Jahresabschluss haben“, sagte Bayer-Sportdirektor Rudi Völler vor der Partie an diesem Freitag (20.30 Uhr) gegen Hertha BSC. Mit einem Sieg gegen die Berliner und einem Erfolg zum Halbserien-Abschluss bei Borussia Dortmund könnte der ambitionierte Tabellen-Zehnte den Anschluss an die Spitze der Fußball-Bundesliga wieder herstellen. Außerdem besteht noch die Chance, mit einem Sieg gegen Besiktas Istanbul am Donnerstag im Uefa-Cup zu überwintern.


    „Wir können insgesamt mit den letzten drei Spielen noch eine Menge gutmachen“, meinte Leverkusens Chefcoach Michael Skibbe und hofft vor allem national die „Ausgangssituation nach oben etwas zu stabilisieren und im oberen Tabellendrittel Fuß zu fassen“. Bayer 04 stehe schließlich trotz der mäßigen bis peinlichen Auftritte nicht so schlecht da. „Es lief durchwachsen“, gab Skibbe zu. „Nichtsdestotrotz haben wir 19 Punkte, das sind jetzt schon so viele, wie wir in der kompletten Hinrunde der vergangenen Saison geholt haben.“ Einen Sieg gegen Hertha vorausgesetzt, „haben wir plötzlich nur noch zwei Punkte Rückstand auf diese Klasse-Mannschaft“. Und weil man im Heimspiel gegen Besiktas durchaus auch gewinnen könne, „sind wir doch auf dem richtigen Weg“, findet Skibbe.


    Gegen den Tabellen-Fünften aus Berlin konnte Bayer in den vergangenen zwei Heimspielen nur einen Punkt holen. „Hertha ist eine sehr gute Mannschaft, ein gefährlicher Gegner. Das wird ein schwerer Kampf“, sagte Völler. Die Leverkusener müssen dabei erneut auf Kapitän Carsten Ramelow (Knöchelverletzung) und wohl auch auf Innenverteidiger Ahmed Madouni (Oberschenkelblessur) verzichten. „Sein Einsatz hängt am seidenen Faden“, so Skibbe. Wegen einer Gelb- Sperre fehlt zudem Verteidiger Karim Haggui. Dafür könnte nach auskurierter Prellung Tranquillo Barnetta wieder in den Kader rücken. Für Madouni wird wohl Jan-Ingwer Callsen-Bracker in die Innenverteidigung rücken.


    Für Aufregung und Unruhe hat bei Hertha BSC Verteidiger Josip Simunic gesorgt, der im Training seinen Teamkollegen Pal Dardai tätlich angegriffen hat. Der Kroate ist offenbar unzufrieden mit sich selbst und der Situation des Vereins, der nach der Integration vieler junger Spieler wie Boateng, Dejagah, Ede, Fathi, Chahed um eine neue Hierarchie ringt. „Wenn ein Tor fällt, bin ich immer schuld, auch wenn ich nicht spiele“, hatte Simunic nach der Niederlage in Bremen geklagt. Trainer Falko Götz und Manager Dieter Hoeneß verzichteten trotz des Ausrasters auf eine Strafe. „Da ist die Mannschaft gefragt, das intern zu klären“, meinte Götz.


    Positiv sieht die personelle Situation der Berliner aus. Torjäger Marko Pantelic hat sich wieder fit gemeldet. Erstmals seit sechs Wochen wird der ehemalige Leverkusener Yildiray Bastürk wieder in der Startelf stehen. (dpa, ksta)


    Leverkusen: Butt - Castro, Callsen-Bracker, Juan, Babic - Schneider, Rolfes - Freier, Barbarez, Athirson - Kießling;


    Hertha BSC: Fiedler - Chahed, Friedrich, Simunic, Fathi - Dardai - Dejagah, Bastürk, Gilberto, Ede - Pantelic;


    Schiedsrichter: Brych (München).

    http://www.ksta.de/jks/artikel.jsp?id=1162473150295