VON UDO BONNEKOH
(RP) Jan-Ingwer Callsen-Bracker hat im Bayer-Fan-Club viel Zuspruch gefunden. Der Innenverteidiger möchte bei Bayer bleiben und glaubt sich für die Partie gegen Istanbul empfohlen zu haben.
Er war am Samstag bei einer von 17 Weihnachtsfeiern der Leverkusener Fan-Clubs, die die Bayer-Profis besuchten. Jan-Ingwer Callsen-Bracker ist nach dem von Teambetreuer Hans-Peter Lehnhoff erstellten Plan zu den „Geckos“ nach Baumberg gefahren – allein, weil der ebenfalls abkommandierte Co-Trainer Peter Hermann noch kurzfristig den Auftrag zur Spielbeobachtung in Istanbul erhalten hatte. Diese kleine, feine Anhänger-Gruppierung im Monheimer Stadtteil benennt sich nach diesen putzigen, wendigen Tierchen, die aus der Eidechsen-Familie stammen und vornehmlich in südlich-warmen Ländern gern die Wände hoch gehen.
Dem 22 Jahren alten Leverkusener Innenverteidiger hat das Rendezvous im Wohnzimmer eines der „Geckos“ gefallen. Bei solch gediegener Atmosphäre lässt sich eben drei Stunden lang locker plaudern. „Wir haben uns intensiv unterhalten. Und sie haben mir versprochen, mir für die Zukunft weiter die Daumen zu drücken. Außerdem haben sie meine Leistung am Abend zuvor bei unserem Sieg gegen Hertha BSC Berlin gut gefunden“, erzählt der blonde Schlaks, der bei Bayer ins Abseits geraten war, ehe in der Abwehr der absolute Personalnotstand ausbrach wegen der Sperre von Karim Haggui und der Verletzung von Ahmed Madouni.
Der Tunesier und der Algerier, die mit Callsen-Bracker in Konkurrenz liegen um den Posten neben dem gesetzten Juan, sind am Donnerstag beim Showdown gegen Besiktas Istanbul wohl beide arbeitsbereit, Haggui sowieso, weil er nur in der Bundesliga ein Spiel wegen zu vieler Gelber Karten aussetzen musste. „Ich habe mich gegen Berlin als Alternative empfohlen, ich werde gut trainieren und warten, was der Trainer macht“, sagt Callsen-Bracker, natürlich in der Hoffnung, überhaupt in Michael Skibbes erste Wahl zu gelangen fürs Duell mit den Türken. Bis zum Freitag hatte der knapp 1,90 Meter messende Youngster schließlich erst einen Bundesliga-Einsatz in dieser Saison. Das war für eine Viertelstunde beim 1:2 in Bremen ganz früh in der Meisterschaft.
Ansonsten hat sich der 1998 aus der Bonner Gegend zu Bayer gestoßene Abwehrmann in Ulf Kirstens Regionalliga-Team verdingen müssen, was auf Dauer selbstverständlich nicht zu seinen Vorstellungen von einer Karriere gehört. „Ich hatte im Sommer ein paar Angebote, habe mich aber zum Bleiben bei Bayer entschieden, weil ich hier meine Chance gesehen habe – bei meinem Traumverein“, sagt der aus dem Norden stammende Verteidiger, der gegen Berlin tatsächlich ordentlich gespielt hat. Wie es weitergeht übers Vertragsende im Sommer, „weiß ich noch nicht“. Mit einem Wechsel beschäftigt er sich mittlerweile zwangsläufig, vielleicht sogar schon während der Winterpause, um seinem Ziel Bundesliga womöglich anderswo näher zu kommen.
Auch die „Geckos“ würden das verstehen.