VON RALPH ELSEN
(RP) Bayers Fußballer können heute Abend mit einem Sieg gegen Istanbul doch noch im Uefa-Cup überwintern. Trainer Skibbe fordert eine Leistung am Limit. Im finalen Duell rückt Haggui wieder in die Abwehrzentrale.
Es ist ja nun nicht so, als hätten diese ersten drei Auftritte Lust auf mehr gemacht. Da zum prickelnden Reiz des Europapokals aber die großen Entscheidungsduelle unabdingbar dazugehören, der aufrechte Kampf um Alles oder Nichts, der in banalen Gruppenspielen nur höchst selten zu erleben ist, wird heute Abend die Luft gewiss brennen in der BayArena. Bayer oder Besiktas – nur einer von beiden erhält das Bleiberecht im Uefa-Cup. Und die Leverkusener, die mit dem 1:1 in Brügge einen angemessenen Einstieg hatten, danach aber gegen Tottenham (0:1) und in Bukarest (1:2) erfolgreich sämtliche gehobenen Ansprüche versteckten, wähnen sich auf einmal wieder in guter Position. „Unser Weg durch Europa soll heute Abend noch nicht zu Ende sein. Wenn alle an ihre Grenze gehen, werden wir es auch schaffen“, sagt Trainer Michael Skibbe.
Ein Endspiel auf eigenem Platz – es könnte gewiss schlechtere Voraussetzungen geben als den Zwang, die Türken mit ihren beiden brasilianischen Mittelfeld-Assen Kleberson und Ricardinho heute Abend in der BayArena schlagen zu müssen (20.30 Uhr, Live im ZDF). „Wir werden uns in dieser Partie vor allem auch mit den einfachen Dingen helfen müssen“, sagt Skibbe und meint damit nichts anderes als das, was landläufig als „Rennen und Kämpfen“ bekannt ist. An der Aufstellung dürfte sich im Vergleich zum vergangenen Bundesliga-Duell mit Berlin wohl nur auf einem Posten eine Änderung ergeben. Der Tunesier Karim Haggui wird in der Innenverteidigung den Platz neben Juan einnehmen und Jan-Ingwer Callsen-Bracker ersetzen.
„Sonst gibt es ja keinen Grund, an der Formation zu rütteln“, meint Bayers Coach, der die ersten „20, 25 Minuten“ gegen die Hertha in der Rückschau „als die schlechtesten der ganzen Saison bei uns“ betrachtet und damit sicherlich keinen Widerspruch auslösen wird. Kapitän Carsten Ramelow fällt wegen seiner hartnäckigen Probleme am Sprunggelenk sowohl gegen Besiktas als auch zum Bundesliga-Abschluss am Sonntag bei Borussia Dortmund weiter aus. Offen scheint somit allein, ob Andrej Voronin oder Stefan Kießling als Stoßstürmer beginnen werden. „Diese Entscheidung werde ich erst am Mittag treffen. Aber von einem bin ich fest überzeugt: Egal, wer auch spielt, es wird sicherlich ganz gut werden“, betont Skibbe. Wenn das kein Wort ist...