Bayers Weltmeister: Roques letzter Anlauf

  • ENTSCHEIDUNG IN ROM


    Von THOMAS GASSMANN

    Leverkusen – Bayers Brasilianer Roque Junior bangt um seine Karriere. Der 30-Jährige, der seit Monaten unter einer schweren Achillessehnenverletzung leidet, wird im Trainingslager in Rom noch einmal einen letzten Versuch unternehmen. Es ist sein schwerster Kampf.


    Bayer-Manager Michael Reschke verdeutlicht, wie ernst die Lage Roques ist. „Er kämpft um seine Karriere. Wir alle hoffen, dass er bald wieder Fußball spielen kann. Aber bei dieser Verletzung weiß man nicht, ob er eine Rückkehr tatsächlich schafft.“


    Seit fast einem Jahr plagt sich der Bayer-Star mit den Problemen herum. Vor der WM verlor er seinen Stammplatz im Team der brasilianischen Nationalmannschaft und wurde aus dem Kader geworfen. Für Bayer konnte er in dieser Saison noch keine einzige Partie bestreiten. „Für Roque ist das eine ganz beschissene Situation“, sagt Reschke.


    Noch sei der Abwehrstar in Brasilien, der Heilungsprozess mache Fortschritte. „Wir hoffen, dass er bald wieder zurück kommt.“ Kritiker, die behaupten, der Brasilianer sei ein teurer Pflegefall, widerlegt Reschke. Eine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall gibt es seit dem Streit-Fall Jens Nowotny nicht mehr. „Roque bezieht von uns seit Monaten kein Gehalt mehr. Solange er nicht spielt, läuft das über die Berufsgenossenschaft“, verrät Reschke.


    Wie schwer eine Rückkehr sein kann, verdeutlicht das Beispiel des WM-Helden Christopher Metzelder. Auch der Dortmunder plagte sich über ein Jahr mit einer Achillessehnenverletzung herum, hatte höllische Schmerzen und musste um seine Zukunft als Fußball-Profi bangen. Sollte Roque Junior wider aller Erwartungen die Vorbereitung auf die Rückrunde im Trainingslager in Rom erfolgreich überstehen, hätte Bayer einen gefühlten Neuzugang. Und wäre im Defensivbereich besser aufgestellt, als zuvor.


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