Das Gesicht der Pillendreher

  • ERSTELLT 11.01.07, 20:30h


    Unabhängig vom sportlichen Verlauf kann man bei Bayer 04 das Trainingslager von Rom ab sofort und mit vollem Recht als Erfolg verbuchen. Denn Rudi Völler bleibt an Bord. Das ist das wichtigste Ergebnis des Leverkusener Arbeitsaufenthaltes in Italien. Zum einen hat die Unterschrift des Sportdirektors unschätzbaren Image-technischen Wert. Der Weltstar sorgt als Global Player für offene Türen, er repräsentiert den Club wie kein anderer und sorgt allein durch seinen guten Namen für wichtige Kontakte. Das ist wichtig bei Transfergeschäften, das schafft Möglichkeiten bei potenziellen Sponsoren. Aber auch Völlers Außenwirkung auf die breite Öffentlichkeit darf nicht unterschätzt werden. Durch ihn ist Bayer mehr als nur der ungeliebte Werksclub, er gibt den „Pillendrehern“, wie sich die Null-Vierer mittlerweile schon unaufgefordert selbst titulieren, ein sympathisches Gesicht - und damit Identifikationsmöglichkeiten.


    Der Verein, der eine GmbH ist, steht jetzt im Wort. Internationaler Anspruch soll, nein, muss es weiter sein, so heißt es. Konsolidierung hin, Sparzwang her.


    „Bei uns kann schnell der Punkt kommen, an dem man wieder von der grauen Maus spricht“, warnt Völler vor all zu viel finanzieller Zurückhaltung. Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser ist es nach eigener Aussage gelungen, seit der Trennung von Reiner Calmund die Personalkosten auf die Hälfte zu drücken. „Ich kann auch mit weniger Geld nicht deutscher Meister werden“, sagte er einst - und steht weiterhin dazu. „Aber jetzt haben wir den Punkt erreicht, den wir erreichen wollten.“ Wenn dem so ist, dann ist die Bayer 04 Fußball GmbH ja wieder bestens aufgestellt. Zumindest im oberen Drittel der Liga. Mehr geht wohl nicht.

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