Die Fußspitze von Shabani Nonda kam ein Sekunde zu spät, auch der letzte lange Ball der Rovers landete im Aus. Und nach 94 Minuten war endlich Schluss in Blackburn. Bayer 04 riss die Arme hoch, weil die Mannschaft mit Leidenschaft, Disziplin und viel Herz das 0:0 verteidigt und die nächste Runde erreicht hatte.
„Wir haben uns den Punkt verdient und sind in der Summe der beiden Spiele verdient weitergekommen“, freute sich Michael Skibbe über den nicht unbedingt zu erwartenden Einzug ins Achtelfinale.
Sicher ein großes Verdienst der Defensive, in der Karim Haggui und Juan überragten. Der Brasilianer stand nach überstandener Muskelverletzung wieder in der Startelf. Dafür musste Stefan Kießling mit Zahnproblemen passen und Andrej Voronin den Vortritt lassen. Paul Freier bekam den Vorzug vor Tranquillo Barnetta.
Typisch englisches Regenwetter empfing beide Teams, auf dem tiefen Rasen des Ewood Parks zeigte sich Bayer aber von Anpfiff an ball- und kombinationssicher.
Schneiders Chancen
Über viele Stationen lief der Ball immer wieder, so dass die Rovers gar nicht ins Spiel fanden. Außer langen Schlägen nach vorne ging bei den Engländern wenig: Zwei Freistöße von Pedersen flogen in der Anfangsviertelstunde über die Latte.
Das erste Mal richtig gefährlich wurde es nach 25 Minuten. McCarthy drehte sich am Fünfmeterraum um Gonzalo Castro, der den Schuss gerade noch knapp um den Pfosten abfälschen konnte.
Bayer erst kurz vor der Pause mit Torgefahr. Bernd Schneiders Freistoß lenkte Friedel zur Ecke (43.), ehe der Nationalspieler nach feinem Haken mit links aus 14 Metern übers Tor schoss (45.).
Haggui verletzt
Beide Trainer verzichteten zur Pause auf Wechsel, das Spiel wurde intensiver. Und Bayer hielt spielerisch weiter gut mit. Marko Babic hätte von halblinks besser in die Mitte zu Voronin passen sollen, statt aufs lange Eck zu schießen (55.).
Im Gegenzug reagierte Butt glänzend bei einem Dunn-Kopfball aus zehn Metern.
Bitter, dass der überragende Haggui nach Foul von McCarthy mit einer Fußverletzung nach einer Stunde gegen Jan-Ingwer Callsen-Bracker ausgewechselt werden musste.
Eine Blackburn-Großchance
Langsam aber stetig erhöhte Blackburn den Druck, brachte mit Nonda auch einen weiteren Stürmer. McCarthy hatte das 1:0 auf dem Fuß, traf die Hereingabe von Pedersen aber nicht voll am Fünfmeterraum (72.).
Leidenschaftlich stemmte sich Bayer in den Schlussminuten gegen die Rovers-Angriffe, musste aber noch eine Großchance zulassen. Nonda entwischte Callsen-Bracker und hob den Ball vom Elfmeterpunkt über Butt und am Pfosten vorbei (86.).
Jetzt gegen Lens oder Athen
„Die letzten 10, 15 Minuten wurde der Dauerdruck natürlich immer größer und ich bin froh, dass wir das 0:0 über die Zeit gebracht haben. In der defensive haben wir alles gegeben und taktisch gut gearbeitet“, atmete Skibbe durch.
Im Achtelfinale trifft Bayer auf den Sieger der Partie zwischen dem RC Lens und Panathinaikos FC. Das Auswärtsspiel findet am 8. März statt, das Heimspiel eine Woche darauf.
Blackburn Rovers: Friedel - Emerton, Khizanishvili, Nelsen, Warnock - Bentley, Tugay, Dunn, M. Pedersen - McCarthy, Derbyshire
Bayer 04: Butt - Castro, Juan, Haggui, Babic - Ramelow, Rolfes - Freier, Schneider - Barbarez - Voronin
Tore: keine
Einwechslungen: 59. Callsen-Bracker für Haggui, 71. Nonda für Tugay, 74. Barnetta für Freier, 86. Roberts für Khizanishvili, 88. Madouni für Voronin
Gelbe Karten: M. Pedersen, Warnock - Juan, Barbarez
Zuschauer: 21.000
Schiedsrichter: Undiano Mallenco (Spanien)