Schön und bunt – und schwach

  • Schön und bunt – und schwach
    UDO BONNEKOH


    (RP) Michael Skibbe hat in der Nacht noch von guter Reaktion gesprochen, von einem würdigen Uefa-Cup-Gegner, den seine Mannschaft in Pamplona abgegeben habe. Gut verkauft in einer Begegnung, die so bräsig daherkam, so armselig unspannend? In Trainingsspielen geht es zuweilen heißer her. Die Leverkusener haben ja nicht mal einen ernsthaften Versuch unternommen, einen mäßigen Widersacher wie diese um den Klassenerhalt kämpfenden Spanier auf Standfestigkeit zu testen. In seiner exklusiven Bewertung der Leverkusener Leistung schreibt Skibbe die Reihe seiner höchst merkwürdigen Urteile über Qualität von Partien, der eigenen Elf und deren Gegner unverfroren fort. Das grenzt schon an Verhohnepipelung einer noch moderat reagierenden Kundschaft. Schwierige Gruppe nach dem Einstieg gegen lahme Schweizer aus Sion mit Bukarest, Brügge, Besiktas und Tottenham, wie von Skibbe behauptet? Nicht mal Berbatovs Engländer waren von großem internationalen Zuschnitt. Bayers Trainer muss vielleicht so reden in seiner Absicht, das eigene Produkt schön und bunt und hochwertig darzustellen. Seine Überzeugung aber kann das nicht sein, weil das auf eine massiv gestörte Wahrnehmungfähigkeit hindeutete. Gut verkauft in Pamplona? Nicht mal ein ansprechendes Resultat am Sonntag in München würde ein solches Urteil nachträglich stützen.


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