Voronins Wundertor

  • „Ich habe einfach draufgehalten“


    Von THOMAS GASSMANN


    Leverkusen - Vier Pleiten in Serie – normalerweise genug Gründe für Tristesse. Nicht so bei Bayer. Trainer Michael Skibbe lobte nach der 1:2-Pleite in München die spielerische Stärke, Sportchef Rudi Völler kündigte ein Endspiel um den UEFA-Cup-Platz gegen Nürnberg an, und der Rest der Fußballwelt staunte über das Wundertor.


    In Minute 60 knallte Andrzej Voronin den Ball wie einst Lothar Emmerich 1966 bei der WM in England von der Grundlinie ins Tor. Der Ball klatschte gegen die Unterkante der Latte, von da an den Innenpfosten – drin war er.


    „Ich habe einfach draufgehalten“, sagte der Schütze, der in Sachen Fußball-Geschichte aber nicht so treffsicher war. „Emmerich? Sagt mir nichts. Ist ja auch egal. Der Ball war drin. Gut so. Aber was nützt so ein tolles Tor, wenn wir verlieren? Nichts.“


    Derweil schaute Völler bereits in die Zukunft. Das kommende Spiel gegen Nürnberg sei ultimativ ein „echtes Endspiel“ um den Platz im UEFA-Cup. Sollte Bayer gegen die Franken allerdings verlieren, wäre das für den Klub ein schlimmer Rückschlag.


    Schließlich hat man große Pläne. BayArena ausbauen, die Mannschaft verstärken, um irgendwann einmal wieder im Konzert der ganz Großen mit zu spielen. „Wir stehen vor einem kleinen Umbruch“, kündigte Völler an.


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