Bayer lernt den Barbaren lieben

  • Von ALEXANDER HAUBRICHS


    Leverkusen – Eigentlich war Sergej Barbarez schon auf dem Sprung nach Hause, als im Fernseher Bilder aus seinen zwölf Jahren Bundesliga gezeigt wurden.


    Der 36-Jährige blieb dann doch noch im Calcio, der Leverkusener VIP-Lounge, sah noch einmal, wie er Bayer beim 4:1 (0:1) über den MSV Duisburg mit seinem 95. Bundesliga-Tor in die Siegspur brachte und wie er hinterher von den Bayer-Fans auf den Zaun gerufen wurde.
    Da umspielte ein Lächeln seine Lippen. „Das war ein schönes Gefühl, da oben zu stehen. Es hat Spaß gemacht. Offenbar kommen die Fans und ich uns näher“, sagte der Regisseur nach dem dritten Liga-Erfolg in Serie.


    Das war nicht immer so. In seinem ersten Jahr in Leverkusen musste er viel Kritik einstecken. Jetzt lernen die Bayer-Fans den Barbaren lieben. Barbarez: „Das ist schön. Aber für mich ist wichtig, was Trainer und Mannschaft von mir denken.“
    Und das ist ganz schön viel. Erst letzte Woche sprang bei einem Fantreffen René Adler für Barbarez in die Bresche. „Ihn auszupfeifen ist nicht in Ordnung. Er ist unheimlich wichtig für uns, hat eine hohe Akzeptanz in der Mannschaft“, lobte der Keeper den Routinier.
    Kein anderer würde sich so für den Teamgeist einbringen und Mannschaftsabende organisieren, schwärmte Adler: „Sergej sorgt für den Zusammenhalt im Team.“


    Und auch sportlich hat er der Mannschaft in den zwei Monaten ungemein geholfen, in der sie auf Nationalspieler Bernd Schneider verzichten musste. „Wenn Bernd nicht da ist, lenkt Sergej unser Passspiel. Das hat er toll gemacht“, lobt Trainer Michael Skibbe. „Wenn er so weitermacht, spricht nichts gegen eine Vertragsverlängerung.“
    Damit wollen sich Spieler und Klub allerdings noch Zeit lassen. „Es kommt auf meinen Körper an. Wenn ich mich gut fühle, mache ich weiter“, sagt Barbarez. Bayer will sich im Wintertrainingslager mit dem Routinier zusammensetzen.


    Quelle: Express