VON UDO BONNEKOH
(RP) Auch wenn Manuel Friedrich in der prestigeträchtigen Test-Partie morgen in Köln mitmachen kann, bleibt die Bayer-Abwehr ein akutes Notstandsgebiet. Fürs Treffen mit dem rheinischen Rivalen fällt Simon Rolfes aus.
Das ist nicht seine Art. Michael Skibbe stellt sich nun nicht hin und pflegt intensiv die Charakter-Rolle als Heulsuse. Nein, Bayer Leverkusens Trainer behält sein sonniges Gemüt, obwohl er sich mit seiner Mannschaft in der Vorbereitung auf den Rest der Meisterschaft und die nicht gar so leichten Aufgaben im Uefa-Cup gegenwärtig im kalten Schatten aufhält mit all den massiven Widrigkeiten. Ob er unruhig sei, gar stark besorgt wegen des nicht gerade hoffnungsfroh stimmenden Zustands seiner schwächelnden Elf? „Nö“, sagt der Fußballlehrer mit der ihm eigenen Zuversicht, „das wird sich bis zum Bundesliga-Start in Cottbus schon noch alles richten.“ Das ist Optimismus in Reinkultur.
Viel Zeit bleibt nicht mehr, dem, was als Team geblieben ist, Struktur und Form zu geben. Beim Unterfangen, das Beste aus der misslichen Situation zu machen, soll der Test morgen Nachmittag (15 Uhr) beim 1. FC Köln hilfreich sein. Und Skibbe erwartet im Rheinenergie-Stadion schon viel mehr an Präsenz der Seinen, als das beim Winter-Cup in Düsseldorf und auch am Dienstag beim 1:1 im Treffen mit dem Zweitligisten Alemannia Aachen der Fall war. Im letzten Akt der Leverkusener Versuchsreihe soll nun auch Schluss sein mit dem munteren Wechselspiel.
„In Köln werden die Profis längere Zeit im Einsatz sein und nicht mehr so viele Youngster aufgeboten wie bisher“, betont der Coach, „es geht ja in dieser Partie auch ein bisschen ums Prestige.“ Das werden die Kölner gewiss ähnlich sehen – mit Tingeltangel kann es wohl nicht sein Bewenden haben in diesem Duell.
Doch selbst bei besten Absichten, den in die Bundesliga strebenden Kölnern forsch zu begegnen, ist Skibbes Handlungsfreiheit weiter limitiert. Das Störfeuer in Form von personeller Malaise nimmt jedenfalls kein Ende. „Von geordneter Vorbereitung kann bei den Verletzten, Kranken und angesichts der Abstellungen von Haggui und Sarpei nicht die Rede sein“, sagt Skibbe. Obwohl Manuel Friedrich morgen in Köln wieder mitmacht, bleibt die Defensive bei Bayer Notstandsgebiet, zumal da sich Simon Rolfes noch nicht von seinem grippalen Infekt erholt hat. Bei Arturo Vidal, eher den Verteidigungskräften zuzurechnen, hakt es nach langer Verletzungspause ebenso noch wie bei Pirmin Schwegler und Bernd Schneider.
Vor allem „Schnix“, der in Aachen auf dem Platz alle körperliche Vorsicht walten ließ, benötigt für sein aufwändiges, risikoreiches Spiel viel Praxis, innere Sicherheit und absolute körperliche Fitness. „Ich weiß im Augenblick nicht zu sagen, bei wie viel Prozent meiner Leistungsfähigkeit ich bin“, meint Schneider, „das muss man von Spiel zu Spiel steigern.“ Und Skibbe behält sein sonniges Gemüt.