Großes Derby auf kleiner Flamme

  • VON FRANK NÄGELE, 24.01.08, 23:13h, AKTUALISIERT 24.01.08, 23:17h


    Köln / Leverkusen - Die Idee scheint so simpel wie pragmatisch. Man lade den Lieblingskonkurrenten zum letzten Test des Winters in das eigene Stadion, und es wird ein Spiel, das alle Dimensionen solcher Vorbereitungsbegegnungen sprengt. Singende Fans, Rivalität, Leidenschaft. Und mittendrin ein Spieler, der demnächst die Seiten wechselt. Allerdings wird es wohl sehr viel gelassener zugehen, wenn der 1. FC Köln am Samstag um 15 Uhr im Rhein-Energie-Stadion gegen Bayer 04 Leverkusen antritt. Zwar scheint diese Partie ein Vorgriff auf eine große Zukunft nach dem geplanten Aufstieg, aber in der Realität fühlt sich alles etwas anders an.


    Der harte Kern der FC-Fans will sich diesem zu einem Test degradierten Derby verweigern. Die Vereinigung „Wilde Horde“ ruft sogar zum Boykott des Spiels auf mit den Worten: „Als Gruppe haben wir uns einstimmig dazu entschieden, dem am Samstag, dem 26. Januar, stattfindenden Testspiel gegen Bayer Leverkusen fernzubleiben. Für uns ist diese Veranstaltung nicht mehr als ein sportlich bedeutungsloses Spiel ohne Punkteverteilung, Emotionen und Leidenschaft . . . Mit Ansetzungen in diesem Rahmen wird uns jedoch der Eindruck vermittelt, dass es den beteiligten Vereinen eher um finanzielle Einnahmen und weiterhin um die Bemühung einer »freundschaftlichen« denn rivalisierenden Atmosphäre geht.“ Auch andere Fangruppen wollen am Samstag nicht im Stadion erscheinen. Dazu passen auch die Zahlen aus dem Vorverkauf. Bis Donnerstag waren 17 000 Tickets abgesetzt, Dauerkarteninhaber hatten nur ein Vorkaufsrecht, wenn es hochkommt, werden 25 000 Menschen die Kulisse bilden.


    Der Nachbar, der von den Einnahmen partizipiert, freut sich dennoch auf das erste Spiel gegen den FC seit Februar 2006. Allerdings, so sagen sie, habe die Begegnung nichts zu tun mit dem bevorstehenden Wechsel des Stürmers Patrick Helmes nach Leverkusen. „Das ist völlig unabhängig davon zustande gekommen“, erklärte Manager Michael Reschke, „Michael Meier hat mich vor mehr als einem halben Jahr angerufen und gefragt, ob wir gegen Ende der Winterpause gegeneinander spielen könnten. Wir fanden das gut und haben zugesagt.“ Zumal der FC in den Augen der Leverkusener genau das Team simuliert, bei dem sie auswärts in die Rückrunde starten: Energie Cottbus. „Michael Skibbe wollte einen Gegner aus der Spitze der Zweiten Liga haben mit einem emotionalen Publikum, also passte das mit dem FC genau“, sagt Holzhäuser.


    Helmes entspannt zuschauen


    Dem künftigen Arbeitnehmer Helmes wird Bayer ganz entspannt zuschauen. „Wir wünschen uns, dass der Patrick gut in Form ist und eine gute Rückrunde spielt“, sagt Reschke, „damit er noch auf den EM-Zug aufspringen kann.“ Alles andere sei trotz eines letzten Vorstoßes kurz vor Weihnachten zwischen den Klubs eindeutig geklärt. Helmes gehört bis zum Saisonende dem 1. FC Köln, danach Bayer 04 Leverkusen. Christoph Daum hat keinen Zweifel daran, dass der Spieler mit dieser eindeutigen Situation professionell umgeht. „Patrick Helmes ist bis zur letzten Sekunde ein Mitglied unserer FC-Familie“, sagt Christoph Daum, „er steht voll zu unseren Zielen.“


    Beide Teams werden wohl das Beste aufbieten, das ihnen zu Verfügung steht. FC-Trainer Daum kann aus dem gesamten Kader schöpfen, nur Fabrice Ehret ist angeschlagen. Kollege Michael Skibbe kann immerhin wieder Manuel Friedrich in die Defensive einbauen. Simon Rolfes, der zuletzt wegen Grippe ausfiel, dürfte auch rechtzeitig fit sein.


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    Man sollte sich die Ruhe und Nervenstärke eines Stuhles zulegen. Der muss auch mit jedem Arsch klar kommen!