Bittere Schlappe für Skibbe-Elf

  • (RPO) (RP). Verdammt lang her: Das letzte Tor für Bayer Leverkusen in Bielefeld hat Boris Zivkovic beim 2:2 im November 2002 geschossen. In einer Saison, an deren Ende Bayer beinahe dem Abstieg anheimgefallen wäre. Und das Erinnerungsvermögen wird noch stärker beansprucht bei der intensiven Suche nach Leverkusens jüngstem Sieg auf der Alm.


    Weil das bereits gut acht Jahre her ist mit dem 2:1 durch die Treffer von Ze Roberto und Thomas Brdaric. In diesem Sinne haben sich die Leverkusener dieser Tradition verpflichtet gefühlt und gestern Abend in einer arg schlichten Aufführung eine 0:1-Niederlage erlitten.


    Die Leverkusener, die am vergangenen Sonntag mit dem 3:0 gegen Stuttgart die Trendwende geschafft zu haben glaubten, sind nun erneut unter Druck geraten im Fünfkampf um die Plätze hinter den Bayern.


    Die Arminia, die mit einem Sextett im beinharten Ringen um den Klassenerhalt verstrickt ist, sieht wieder Land nach dem zweiten Erfolg im zwölften Spiel unter der Regie von Michael Frontzeck. „Kämpfen und siegen” die Arminen haben es aus vielen tausend Kehlen vorgesungen bekommen, was in diesen Tagen und in den nächsten Wochen erforderlich ist, um den Gang ins Unterhaus zu vermeiden.


    Und die Fans auf der Südtribüne, die so etwas wie der Mini-Gegenentwurf zur „gelben Wand” in Dortmund ist, zeigten sich schon bereit, nur zarte Andeutungen von offensiver Kraft mit dankbarem Applaus zu begleiten. Doch wo sollte angesichts der bösen Vorgeschichte mit nur sieben Treffern seit Beginn der Rückrunde der Glaube an Stärke herkommen?


    Und wenn sich dann noch den Bielefelder Stürmern ein Torwart wie René Adler mit all seiner Qualität entgegenstellt, wird es schnell haarig. Das musste Artur Wichniarek, der sich seit längerem im Abschluss quält, erfahren, als er allein aufs Bayer-Tor rannte, aber den Ball an die von Adler wie Flügel ausgebreiteten Arme setzte.


    Die Leverkusener versuchten stets, den Anschein von absoluter Coolness zu erwecken, leisteten sich indes viel zu viele Abspielfehler in Bielefelder Strafraum-Nähe, um Schrecken zu erzeugen. Andererseit luden sie die Platzherren immer wieder zu Kontern ein.


    Sergej Barbarez, für den verletzten Bernd Schneider im Team, verlieh dem Spiel keine Struktur, Tranquillo Barnetta schied früh aus wegen einer Leistenverletzung, nachdem er zuvor eine der wenigen Leverkusener Chancen vor der Pause mit einem scharf aufs kurze Eck gezogenen Freistoß kreiert hatte.


    Die Bielefelder, denen mit Passagen am Boden auch nicht sonderlich viel glückte, machten es nicht lange nach der Pause aus der Luft: Der lange Andre Mijatovic übersprang nach einem Freistoß von Thorben Marx den gewiss nicht klein geratenen Stefan Kießling, und der Ball flog über Adler unerreichbar hinweg.


    Keine Frage, die Bielefelder wirkten trotz aller Unzulänglichkeiten viel bissiger in den Zweikämpfen und leidenschaftlicher im Bemühen, sich gegen den Favoriten zu behaupten.


    Allerdings schien es so, als sei die Armina von der Sorge befallen gewesen, das Erreichte noch zu verlieren: Die Konter führten die Ostwestfalen nicht mit Präzision vor. Wieviel Ballast die Arminia mit sich herumschleppte, wurde spätestens klar, als Mijatovic den Ball beim Foulelfmeter (Sinkiewicz an Kamper) gegen den Pfosten setzte.



    Bielefeld: Fernandez - Kucera, Mijatovic, Gabriel, Schuler - Kauf - Kirch, Marx - Halfar (90. Zuma), Wichniarek (90.+2 Böhme), Eigler (76. Kamper). - Trainer: Frontzeck


    Leverkusen: Adler - Castro, Friedrich (59. Bulykin), Callsen-Bracker, Sarpei - Sinkiewicz, Rolfes - Kießling, Barbarez (46. Schwegler), Barnetta (35. Dum) - Gekas. - Trainer: Skibbe


    Schiedsrichter: Helmut Fleischer (Sigmertshausen)


    Tor: 1:0 Mijatovic (50.)


    Zuschauer: 19.400


    Beste Spieler: Mijatovic, Halfar - Adler


    Rote Karten: keine


    Gelb-Rote Karten: keine


    Gelbe Karten: Kauf (5/2), Hain - Friedrich (4), Callsen-Bracker (2), Castro (5/4)


    Bes. Vorkommnis: Mijatovic schießt Foulelfmeter an den Pfosten (86.)


    http://www.rp-online.de

    Man sollte sich die Ruhe und Nervenstärke eines Stuhles zulegen. Der muss auch mit jedem Arsch klar kommen!