VON UDO BONNEKOH
(RP) An ein Szenario für den UI-Cup mögen die Leverkusener vor der Partie beim MSV Duisburg nicht denken, sondern sie wollen Platz vier festigen. Für die nächste Saison verlangt Michael Skibbe einen breiteren Kader.
Der Rahmenterminplan für den Fußball der nächsten Saison steht längst, selbstverständlich auch für internationale Wettbewerbe. Und da ist das Wochenende 19./20. Juli 2008 als Datum für den UI-Cup ausgewiesen. Selbst der Gegner für den deutschen Starter ist schon bestimmt im Vierten der russischen Liga. Das ist FK Moskau. Für die Leverkusener, gegenwärtig Vierter im Klassement mit Hamburg und Stuttgart, ist dieses Szenario ein Albtraum.
Deshalb sagt Trainer Michael Skibbe vor dem Spiel morgen beim MSV Duisburg (17 Uhr, Wedaustadion) ganz tapfer: „Diesen vierten Platz wollen wir jetzt richtig verteidigen und uns da festsetzen.“ An UI-Cup oder Schlimmeres mag er nicht denken, obwohl Bayer aus den letzten sechs Partien in der Bundesliga lediglich vier Punkte geholt hat durch den Sieg gegen Stuttgart und das 2:2 gegen Wolfsburg.
Unterdessen ist für Bernd Schneider ein Albtraum schon Wirklichkeit geworden. Daran hat er jetzt zu knabbern daheim in Leichlingen. „Das ist bitter – so kurz vor der Europameisterschaft“, sagt der Mittelfeldspieler, der nach seiner Halswirbeloperation nicht ernsthaft an Einsätze bei den kontinentalen Titelkämpfen hat glauben können, aber nun das definitive Aus in Übereinkunft mit Bundestrainer Joachim Löw verkünden muss. „Erst nach drei bis fünf Wochen kann ich wieder mit richtiger Bewegung anfangen“, erklärt „Schnix“, der gestern in der BayArena zu Besuch war und derzeit Rasen nur im eigenen Garten unter die Füße bekommt. Eine knapp zehn Zentimeter lange Narbe am Hals deutet auf den kürzlich vorgenommenen Eingriff wegen des Bandscheibenvorfalls hin.
Eingreifen möchte Skibbe auch, und zwar nachhaltig. Eine „ganz andere Aggressivität als in Bielefeld oder in den ersten 30 Minuten gegen Wolfsburg“ will er in Duisburg sehen und zudem „viel mutigeres Auftreten“. Die Forderung stellt er auch deshalb auf, weil er mit seiner Mannschaft mehr als vier Zähler aus den vier Spielen in Duisburg, gegen Hertha BSC Berlin, in Rostock und gegen Werder Bremen holen zu müssen glaubt, um in den Uefa-Cup-Rängen zu verbleiben. Dass die Leverkusener einen Hänger bekommen haben nach dem Sieg gegen Schalke, das seinerzeit zwei Punkte hinter Bayer lag und jetzt sechs Zähler voraus ist, führt der Coach auf (zu) starke Beanspruchung eines dafür nicht ausgelegten Spielerkreises zurück. „Wir müssen sehen“, sagt Skibbe nun, „dass wir in der nächsten Saison einen dichteren Kader bekommen und damit auch mehr Möglichkeiten zur Rotation.“
Bernd Schneider wär’s egal, wie Bayer in den Uefa-Cup kommt, aber nicht wie weit. „Dieses Finale fehlt noch in meiner Sammlung und ein EM-Endspiel auch“, sagt er.