VON ROMAN ZILLES
Leverkusen (RP) Nach dem letzten Heimspiel der Saison gegen Werder Bremen wird mit der Demontage des Daches begonnen. Die Anwohner werden regelmäßig über den Fortgang der Arbeiten informiert. Bayer schickt Post an ca. 3000 Haushalte.
Seit einigen Monaten befindet sich das Stadion im Umbruch. Und je mehr Erde aufgewühlt wird, desto mehr scheint Wolfgang Holzhäuser Gefallen zu finden an den Arbeiten an der BayArena. „Jetzt wird es so langsam eine richtige Baustelle“, erzählt der Geschäftsführer der Bayer 04-Fußballer, und es klingt die Freude in seiner Stimme durch, wenn er von der stetig steigenden Zahl der aufgebauten Kräne berichtet.
Baustopp vom Tisch
Das war aber nicht immer so. Anfang März ruderten Holzhäuser und Co. zurück: Parkhaus und Bayer-Kreuz auf dem Dach wurden gestrichen. Sogar ein kompletter Baustopp wurde erwogen. „Es gab die Überlegung, zwei Jahre zuzuwarten. Aber das hätte letztlich wenig Sinn gemacht“, bemerkt Holzhäuser. Denn die stark gestiegenen Stahlpreise wären vermutlich nicht so schnell auf ein verträgliches Maß gesunken, das Wünsche und Ausgaben in Einklang bringen würde.
Inzwischen ist die Kostenfrage geklärt: Mit der Köster AG aus Osnabrück (die bereits am Bau der Südtribüne und des Fanshops beteiligt war) wurde ein Vertrag ausgehandelt, der die Kosten für den Umbau auf maximal 70 Millionen Euro begrenzt. Dass die Kosten darunter bleiben, glaubt der Geschäftsführer nicht: „Auf diesen Betrag wird es hinauslaufen.“
Derweil werden rund um das Stadion derzeit die Pfeiler verstärkt, die künftig auch den neuen Oberrang tragen sollen. „Das geht leider nicht lautlos vonstatten“, bedauert Holzhäuser. Lärm und Schmutz gelte es auf dem Weg zum Schmuckkästchen in Kauf zu nehmen: „Ich verstehe, dass sich einige davon gestört fühlen.“ Um Anwohner über den Stand der Arbeiten auf dem Laufenden zu halten, verteilt Bayer 04 in rund 3000 Haushalten rings ums Stadion regelmäßig Informationen: in Form des BayArena-Magazins sowie eigens angefertigten Extraausgaben.
Die Arbeiten an den Pfeilern sollen bis zur Sommerpause abgeschlossen sein. Die beginnt nach dem Heimspiel gegen Werder Bremen am 17. Mai. Zwei Tage später soll die Demontage des Dachs beginnen (Holzhäuser: „Ab dann haben wir Cabrio-Feeling im Stadion“), bevor im Juni der Ausbau zur Erweiterung des Fassungsvermögens beginnen soll.
In der Fanszene von Bayer 04 wird rege diskutiert über den Stehplatz-Bereich, der beim Umbau der BayArena geschaffen werden soll. Statiker haben errechnet, dass die heutige Nordtribüne (Blöcke D1 bis D4) für derlei Planungen ausscheidet.
In Frage kommen nun unter anderem die Blöcke E und C. Die gehören ebenfalls zum Fanbereich und haben in der Vergangenheit bereits als Stehplatzkurven gedient.
„Es ist ein ambitioniertes Projekt“, bemerkt der Geschäftsführer. Soll heißen: „Bei dem gesteckten Zeitplan darf nicht viel schief gehen.“ In den neuen Planungen für das Stadion ist nun auch ein Aufenthaltsraum für die Spieler eingearbeitet. Der ist als Treffpunkt für die Spieler gedacht. Kaffee, Kuchen und Spielmöglichkeiten für die steigende Zahl an Kindern von Spielern und Trainer soll es dort geben. Das Beste: Der Raum ist in den 70 Millionen Euro schon drin.
Nachbarschafts-Hotline Tel. 0151 58040046 oder Email: anwohner@bayarena2009.de