Leverkusen (RP) Bayer 04-Manager Wolfgang Holzhäuser soll der Lindner-Gruppe 4,1 Millionen Euro als Ausgleich für eine 15-monatige Schließung des Hotels am Stadion angeboten haben. Montag soll das Haus zumachen.
Hinter den Kulissen der BayArena brodelt es offenbar gewaltiger, als das bisher nach außen gedrungen ist. Hielten sich bisher hartnäckig Gerüchte über den Verkauf des Arena Hotels Lindner an Bayer 04 (die RP berichtete), folgt nun weiterer Sprengstoff. Das Hotel soll am kommenden Montag schließen. Für 15 Monate. Wiedereröffnung am 1. September 2009.
Nach Informationen unserer Zeitung soll Bayer 04-Geschätfsführer Wolfgang Holzhäuser der Lindner-Gruppe 4,1 Millionen Euro als Ausgleich für die monatelange Schließung zahlen. Die Vertragsunterzeichnung soll nur noch eine reine Formsache sein.
Vorausgegangen war laut gut informierten Kreisen die Ankündigung mit einer Einstweiligen Verfügung zum Baustopp von Seiten Lindners. Grund: die schlechte Informationspolitik zu den Bauarbeiten von Bayer 04 in Richtung Lindner. Den Unmut verschärften wohl auch Äußerungen des Generalunternehmers, er reiße nichts ab, wenn noch Menschen im Hotel seien.
Hotelräumung übers Wochenende
Die Mitarbeiter erfuhren gestern Mittag von Hoteldirektorin Elke Zäschke von der Schließung. Und von einer Urlaubssperre übers Wochenende. Denn an den beiden Tagen soll die Hotelräumung über die Bühne gehen. Auch am Montag sollen noch letzte Aufgaben im dann bereits für Gäste geschlossenen Hotel erledigt werden, weil laut RP-Informationen der Bauträger an dem Tag aus Materialmangel vorerst kein Dach einschalen können soll.
Was in den 15 Monaten Schließung mit den über 40 Angestellten des Leverkusener Lindner-Ablegers passiert, ist noch unklar. „Es kursieren verschiedene Vermutungen“, hieß es gestern. Unter anderem mache die Möglichkeit die Runde, dass die Leverkusener Mannschaft als so genanntes Pre-Opening-Team zu einem Lindner-Hotel-Projekt an den Nürburgring geschickt werden soll. Allerdings existiert das Hotel bisher nur in der Planung. Die Bauphase hat noch nicht begonnen.
Andere Möglichkeit: Die Mitarbeiter werden auf die unterschiedlichen anderen Lindner-Häuser verteilt, bis das Hotel wiedereröffnet. Etliche Zimmermädchen sollen nach RP-Informationen ohnehin schon gekündigt haben. Geschäftsführer Otto Lindner soll gestern nicht in Leverkusen erschienen sein, um den Mitarbeitern die Hiobsbotschaft persönlich zu überbringen. Das überließ er Direktorin Zäschke. Die hatte hoffnungsfroh zwei Tage zuvor noch Süßigkeiten als Trostpflaster für Mitarbeiter und Gäste während der nervenaufreibenden und im wahren Wortsinn erschütternden Umbauarbeiten gekauft und vorgestern gegenüber der RP versichert, man müsse nun während des Umbaus ganz klar die Nerven bewahren. Da hat sie Recht.