Der nächste Kandidat für Bayern?

  • Ich hab mir mal die Arbeit gemacht und den Artikel über Adler aus der heutigen Sport Bild in 15 Minuten abgetippt. Entschuldigt also eventuelle Tippfehler.


    Beim 2:1 gegen Russland absolvierte Rene Adler (23) sein erstes Länderspiel im Tor der Nationalmannschaft. Schon schwant Arbeitgeber Bayer Leverkusen Böses: Der talentierte Torwart hat eine Ausstiegsklausel! Reichen 20 Millionen Euro an Ablöseforderung, um ihn nicht an Bayern zu verlieren? Es gibt Zweifel.


    Ein Report von Torsten Rumpf


    Dass Rene Adler (23) mal ein Star wird, hatte Rüdiger Vollborn (45) schon geahnt. "Vor 8 Jahren habe ich zu Rene gesagt: Wenn du dein erstes Länderspiel machst, möchte ich zwei Karten bekommen und dabei sein", sagt der Torwarttrainer von Bayer Leverkusen.


    Samstag hat Adler das Versprechen eingelöst. Vollborn saß in Dortmund auf der Tribüne, als Adler im WM-Qualifikationsspiel gegen Russland (2:1) debütierte. Und eine derart gute Leistung zeigt, dass sich keiner wunderte, als am Montag die Spekulationen begannen, wann er wohl bei den Bayern landen werde. Dort wird Kahn-Nachfolger Michael Rensing (24) längst kritisch beäugt.


    Wie SPORT BILD erfuhr, könnte das schneller gehen, als die meisten bisher dachten: Im Vertrag des neuen deutschen Nationaltorwarts ist eine Ausstiegsklausel vermerkt, die es Adler ermöglicht, Bayer Leverkusen vor Beendigung seines Vertrages am 30. Juni 2012 zu verlassen.


    Leverkusens Ex-Manager Reiner Calmund (59), der Adler 2000 zu Bayer holte, verrät: "Schon damals, als er nach Leverkusen kam, wollten ihn Top-Klubs aus England verpflichten." Er meint Manchester United und Arsenal London.


    Adler-Berater Jörg Neubauer (45) hat also vorgesorgt für den Fall, dass ein Top-Verein wieder anklopft.


    Wechselte Adler vor acht Jahren noch ablösefrei vom VfB Leipzig zu Bayer Leverkusen, muss der nächste Arbeitgeber nach SPORT BILD-Informationen 20 Mio Euro überweisen. So hoch soll die festgeschriebene Ablösesumme sein!


    Neubauer will zu Vertragsdetails keinen Kommentar abgeben. Bayer-Sportdirektor Rudi-Völler (48) will sich zur Summe nicht äußern, die Ausstiegsklausel dementiert er auf Anfrage aber nicht. Er lässt sich nur so zitieren: "Wir können sehr, sehr ruhig schlafen, was den Vertrag von Rene angeht."


    Verständlich, bei einer solch hohen Ablösesumme. Andererseits zahlte Juventus Turin im Jahre 2001 für den italienischen Nationaltorwart Gianluigi Buffon 54,1 Millionen Euro Ablöse an Parma. Auch ein Klub wie der aktuelle Champions-League-Sieger Manchester United kann zweistellige Millionen-Beträge problemlos stemmen.


    Der Leverkusener könnte in Zukunft für solche Vereine auf jeden Fall noch interessanter werden. Das weiß auch Bundestrainer Joachim Löw (48) nach Adler Debüt gegen Russland. "Wenn man mit der Nationalmannschaft auf internationaler Bühne steht, schaut Europa, die ganze Welt zu. Man steht einfach stärker im Fokus", sagt Löw zu SPORT BILD. Und weiter: "Wenn da ein guter Spieler gute Leistung zeigt, kann man sein eigenes Renommee verbessern und macht sich interessant für andere Klubs."


    So weit denkt Adler zurzeit noch nicht. Er will erst einmal in der DFB-Auswahl weiter für Furore sorgen. Er sagte nach dem Russland-Spiel: "Jetzt bin ich Nationalspieler, das kann mir keiner mehr nehmen." Und den Platz zwischen den Pfosten will er nun auch nicht mehr hergeben.


    Dabei macht sich vor allem Ersatzmann Tim Wiese (26) auf Dauer Hoffnungen auf die Nummer 1 im deutschen Tor. "Ich werde Gas geben und um meine Chance weiter kämpfen", sagt der Bremer.


    Derzeit hat aber Adler die besten Karten, zumal auch die bisherige Nummer 1 wegen seiner Kahnbeinverletzung dieses Jahr wohl kein Spiel mehr macht - dadurch muss Robert Enke (31) erst einmal hinten anstehen.


    Bundestorwart-Trainer Andreas Köpke zu SPORT BILD: "Natürlich hat der, der spielt, immer den Vorteil, sich einen gewissen Vorsprung herauszuarbeiten. Vorausgesetzt er bringt gute Leistungen." Die brachte Adler gegen Russland. Spielt er auch diesen Mittwoch im WM-Qualifikationsspiel gegen Wales in Mönchengladbach fehlerfrei, sammelt Adler weiter Pluspunkte.


    Zumal die sportliche Leitung beim DFB ohnehin eine hohe Meinung von Adler hat. Köpke: "Er ist ein kompletter Torwart. Das Ziel muss sein, das gute Niveau, das er hat, nun noch zu steigern." Trotzdem stellt er keinen Freifahrtschein aus. "Wir haben nicht den absoluten Überflieger, der sich im Schatten von Oliver Kahn und Jens Lehmann herauskristallisiert hat. Wir müssen schauen, wer nun unsere Nummer 1 bei der WM 2010 wird."


    Deshalb soll künftig weiter getestet werden. So wird in Erwägung gezogen, Ersatzmann Wiese beim Prestige-Duell am 19. November gegen England zumindest eine Halbzeit einzusetzen. Diese Begegnung und die am 11. Februar in Düsseldorf gegen Norwegen seien die wenigen Möglichkeiten, "wo man testen kann", sagt Köpke, "Viele Termine bleiben ja nicht."


    Gerade das Spiel gegen England könne aus der Sicht von Köpke "Aufschlüsse bringen, wie ein Torwart mit einer Drucksituation umgeht". Auf jeden Fall sind Adler und Wiese derzeit die zwei Torhüter, die in der Nationalmannschaft die Nase vorn haben.


    Von den Torhütern im erweiterten Kreis darf sich Schalkes Manuel Neuer die größten Hoffnungen machen, weil ihm aufgrund seines jungen Alters die Zukunft gehört. Neuer ist 22 Jahre alt. Dortmunds Roman Weidenfeller (28) ist derweil nach unbeständigen Leistungen in der vergangenen Saison und mehreren Verletzungen - zuletzt fiel er mit einer tiefen, zwölf Zentimeter langen Fleischwunde über dem linken Knie aus - nur noch im erweiterten Blickfeld. Das Gleiche gilt für Valencias Timo Hildebrand (29) und Bayerns Rensing, der sich erst behaupten muss.