LEVERKUSEN: Michael Ballack zu Messi, Barca und Bayers Ziele
AUS LEVERKUSENS TRAININGSLAGER IN LAGOS BERICHTET S. VON NOCKS
Wenn der designierte DFB-Präsident Wolfgang Niersbach am Freitag bei den Feierlichkeiten zum 60. Geburtstag von Bayern-Präsident Uli Hoeneß mit Michael Ballack spricht, dürfte der große Schritt zur Versöhnung zwischen dem 98-maligen Nationalspieler und Bundestrainer Joachim Löw vonseiten des 35-jährigen Profis ausbleiben. „Sicherlich wird man in der nächsten Zeit, zeitnah, in ein paar Wochen, ein paar Monaten oder auch gar nicht reden – darüber möchte ich mich aber jetzt nicht äußern“, erklärte Ballack vieldeutig im Trainingslager. Allerdings fügte er zu den Bemühungen der Bayer-Bosse um einen ordentlichen Abschied Ballacks eher gleichgültig an: „Wenn man meine Karriere in der Nationalmannschaft sieht, wenn man sieht, was ich geleistet habe in den letzten Jahren und Jahrzehnten, dann ist es aus meiner Sicht nur selbstverständlich, dass der eine oder andere versucht, für mich einen würdigen Abschied zu finden.“ Dabei stellte er aber klar: „Das hat mit meiner Sichtweise aber nichts zu tun. Das sind persönliche Dinge von Rudi Völler und Wolfgang Holzhäuser. Das lassen wir mal so stehen.“ Keine Bewegung Richtung Löw also?
Ballack, der zum Saisonende Bayer verlassen wird, legt den Fokus auf seinen Klub: „Mein Job ist jetzt Bayer Leverkusen. Da will ich all meine Kraft reinlegen.“ Wohin er im Sommer wechselt, lässt er offen. Konkreter wird der Ex-DFB-Kapitän bei anderen Themen:
REAL-TRAINER JOSÉ MOURINHO: „Ich habe unter ihm in Chelsea sehr viel gelernt, wie ein Trainer eine Mannschaft pushen und motivieren kann. Im taktischen Bereich hat er große Stärken.“
MESSIS WAHL ZUM WELTFUSSBALLER: „Das ist mehr als verdient. Er ist mit seiner Genialität der Spieler, der weltweit die Aufmerksamkeit auf sich zieht.“
DIE CHAMPIONS-LEAGUE-SPIELE GEGEN BARCELONA: „Da werden nicht nur meine Augen leuchten. Das ist es einfach wert, sich hier im Trainingslager zu quälen.“
DIE ZIELE MIT BAYER 04: „Wir sind Sechster – das entspricht nicht unseren Ambitionen. Letztes Jahr waren wir Zweiter. Wir wollten mindestens das Gleiche erreichen – wenn nicht sogar mehr. Wir wollen in der Tabelle klettern, im Optimalfall wieder in die Champions League.“
DIE PROBLEME BEI BAYER 04: „Wir müssen wieder Fußball spielen, guten Fußball, attraktiven Fußball. Wir müssen unseren Anspruch nicht nur formulieren, sondern auch umsetzen. Wir müssen im Training noch mehr tun, noch mehr die Grenze ausloten, im Fitness-Bereich auf einem Toplevel sein. Gerade nach Spielen in der Champions League müssen wir die Motivation hochhalten. Das ist einzig eine Einstellungssache.“
DIE ZWEI JAHRE BEI BAYER 04: „Es gab Verletzungen und Schwierigkeiten. In kürzester Zeit wurde ich aber auch in der Öffentlichkeit verschieden gesehen. Das hat mir einiges gezeigt. Es war relativ viel los. Diese Erfahrungen möchte ich nicht missen.“
Quelle: kicker-Printausgabe vom 12.01.12