Bayer: Jetzt dem BVB die Daumen drücken!

  • LEVERKUSEN: Europa League das Ziel


    Wer denkt, die Champions-League-Partie gegen den FC Barcelona am kommenden Dienstag sei das wichtigste Spiel der Saison für Bayer Leverkusen, der irrt. Seit Samstagabend, seit der Auslosung im DFB-Pokal, wissen sie beim Werksklub: Das Halbfinalspiel des Zweitligisten SpVgg Greuther Fürth gegen Borussia Dortmund ist viel, viel wichtiger. Schlägt der Meister den Zweitligisten, rückt der Siebte der Meisterschaft noch in den internationalen Wettbewerb. Und Platz sieben ist aktuell für den Vizemeister der Vorsaison eine realistische Platzierung! Also: Daumen drücken!


    Nach fünf Punkten aus den vergangenen fünf Spielen und der beschämenden Offensivleistung von Dortmund gibt es lediglich noch eine Wahrheit: „Wir sind keine Träumer und Phantasten, jetzt geht es nur darum, den Platz in der Europa League zu sichern. Von mehr dürfen wir nicht reden“, so Sportchef Rudi Völler (51) nach der sechsten Saisonniederlage.


    Es war ein Festival der fußballerischen Belanglosigkeiten. Es war der Fußball, der Bayer einst zu einem der unbeliebtesten Klubs der Liga werden ließ. Damals, als die Plätze noch tief waren und die Pfosten aus Holz, da war man auch nur aufs Zerstören auf und vorne half der liebe Gott. Aber nicht mal der ist momentan in Geberlaune, was Robin Dutts Team nach vorne stolpert, spottet jeder Beschreibung. Es bleiben zwei Lösungsansätze nach all den fruchtlosen Analysen: Entweder Dutt kriegt es nicht hin. Oder aber sein Kader ist nicht gut genug ohne einen Vidal, ohne einen Hyypiä. Auch fragt sich, warum Spieler laufend falsch eingesetzt werden oder aber dann ausgewechselt, wenn sie gut spielen, wie Vedran Corluka (25) am Samstag.


    „Wir haben eine gute, aber keine überragende Saison gespielt“, formulierte Bayer-Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser (62) vor der Partie in Dortmund und legte damit endgültig den Mantel der Barmherzigkeit über eine Lage, die gerade ihm, dem Zahlenmenschen, den Angstschweiß auf die Stirn treiben muss. Denn Holzhäuser wird nicht müde zu betonen, man habe einen Kader für die Champions League unter Vertrag, den könne man nur bezahlen mit den Geldern aus der Champions League. Die aber ist momentan so weit weg wie Bayer Leverkusen von einem schönen Spielzug mit gefährlichem Abschluss. Und: Notverkäufe verbieten sich von selbst. Denn der dramatische Formverfall fast aller Spieler hat deren Marktwert rasant nach unten gedrückt.





    Quelle: kicker-Printausgabe vom 13.02.2012