Millionenspiel um Nürnbergs Stefan Kießling

  • Auf dem Platz waren sie sich einig, im
    Millionenspiel um Stefan Kießling bahnt sich dagegen ein zähes Ringen
    zwischen dem 1. FC Nürnberg und Bayer Leverkusen an. Beide Vereine
    bestätigten nach dem gerechten 1:1 am Samstag im Frankenstadion ihr
    Interesse an einem Geschäft mit dem 21 Jahre alten Nürnberger
    Senkrechtstarter. Der «Club» möchte seinen heiß umworbenen Jung-Star
    nur so teuer wie möglich hergeben. Neben einer stattlichen
    Ablösesumme für den blonden Torjäger, dessen Vertrag noch bis zum
    Saisonende 2008 läuft, spekulieren die Franken mit der Rückkehr des
    polnischen Nationalspielers Jacek Krzynowek als Dreingabe.


    Möglichst schon zur kommenden Saison, spätestens jedoch ein Jahr
    später soll Kießling die Tore für Bayer schießen. Trainer Michael
    Skibbe machte keinen Hehl daraus, dass er den U-21-Nationalspieler
    auf der Wunschliste hat. «Er ist ein prima Spieler, den wir gerne
    haben möchten. Er würde sich bei uns toll weiter entwickeln», sagte
    Leverkusens Coach. Die Nürnberger, die schon vor sechs Wochen eine
    entsprechende Anfrage von Bayer bekamen, scheinen nicht abgeneigt,
    ihren derzeitigen Topstürmer zu veräußern. Manager Martin Bader
    betont zwar immer wieder, man wolle ihn behalten, doch der Präsident
    ist offenbar anderer Ansicht. «Wenn die Offerte so gut ist, müssen
    wir überlegen, wie wir die Sache konkretisieren können», sagte
    Michael A. Roth.


    Mit zehn Millionen Euro, die Arsenal London angeblich vor einiger
    Zeit für Kießling geboten haben soll, wird Roth nicht rechnen können.
    Dafür kalkuliert er aber mit Krzynowek, der zum 1. Juli 2004 von
    Nürnberg zu Bayer gewechselt war. Dass der Pole auf die 30 zugeht und
    einige schwere Verletzungen hinter sich hat, stört den «Club»-Chef
    kaum. «Als er bei uns war, war er sehr wertvoll», meinte Roth.
    Krzynowek selbst erfuhr erst am Samstag im Frankenstadion von dem
    möglichen Handel. «Ich hoffe, dass ich im Winter eine gute
    Vorbereitung mache und im neuen Jahr wieder spielen kann», sagte der
    Mittelfeldspieler, der in der Hinrunde bei Bayer nur eine
    Reservistenrolle spielte.


    Auch Kießling bemühte sich, den Wirbel um seine Person
    herunterzuspielen. «Ich mache mir natürlich Gedanken, aber ich
    konzentriere mich voll auf den FCN», betonte der sechsfache
    Saisontorschütze, der sich maßlos darüber ärgerte, dass er nach den
    Treffern von Markus Schroth (29.) für Nürnberg und Bernd Schneider
    (45.) zwei Großchancen zum Siegtreffer ausließ. «Mit ein bisschen
    Glück wäre mehr drin gewesen», sagte Kießling, der seine fünfte Gelbe
    Karte sah und am Sonntag bei Hertha BSC Berlin fehlen wird.


    Nürnbergs Trainer Hans Meyer verpasste zwar erneut den ersten
    Heimsieg unter seiner Regie, doch er konnte mit dem Unentschieden
    leben. «Sieben Punkte aus vier Spielen sind mehr, als ich erwartet
    habe», sagte der 63-Jährige, dessen Team aber weiterhin in akuter
    Abstiegsgefahr schwebt: «Mit 13 Punkten sind wir in einer prekären,
    ganz beschissenen Situation.»


    Bayer hat fünf Punkte mehr, ist aber auch nicht in Sicherheit und
    von den eigenen Ansprüchen weit entfernt. Sportdirektor Rudi Völler
    bescheinigte seinem Team «Mittelmäßigkeit», Skibbe bemühte sich trotz
    vier siegloser Spiele in Serie um eine positivere Einschätzung. «Wir
    haben den Abwärtstrend gestoppt und nach hinten Distanz gewahrt»,
    sagte der Bayer-Coach, der aus neun Spielen nur einen Sieg holte.
    Drei Punkte am Samstag gegen Hannover sind Pflicht, sonst steht
    Skibbe eine ungemütliche Winterpause bevor.


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